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Schlöth, Lukas Ferdinand

geboren 25.1.1818 Basel,gestorben 2.8.1891 Lutzenberg, von Binningen, ab 1820 von Basel. Sohn des Heinrich Ludwig, Schlossers, und der Maria Salome geb. Treu. ∞ 1874 Emma Claudine Müller, Witwe des Johann Jakob, Tochter des Jakob Amadeus, Kaufmanns und Basler Grossrats. Trotz seines offensichtlich künstler. Talents arbeitete S. vorerst in der Werkstatt seines Vaters. Nach dessen Tod wagte er die Ausbildung zum Künstler, u.a. als Zeichenschüler bei Hieronymus Hess und in der Modellierklasse von Johann Heinrich Neustück. 1843 reiste er nach Rom, wo er in den Werkstätten versch. Schüler Bertel Thorvaldsens seine bildhauer. Fertigkeit erweiterte. Eine "Psyche" (1850) und die Figur des "Jason" (1852) verschafften ihm Achtungserfolge, die er mit den Denkmälern "Winkelried" (1865, Stans) und "St. Jakob an der Birs" (1872, Basel) krönte, um dann 1874 nach Basel zurückzukehren. Mit diesen zwei Hauptwerken sprengte S. den klassizist. Rahmen seiner Vorläufer mit dramat. Mitteln, ohne den muskulösen gründerzeitl. Realismus vorwegzunehmen. Seine bibl., klass.-antiken Gruppen und Reliefs (Kunstmuseum Basel bzw. Privatbesitz) weisen ihn als stilistisch schlüssiges Bindeglied zwischen seinem Schweizer Vorläufer und Lehrer Heinrich Max Imhof und seinem Schüler Richard Kissling aus.


Literatur
BLSK, 940 f.
– B. Meles, «Das St. Jakobs-Denkmal von Ferdinand S.», in Ereignis - Mythos - Deutung, hg. von W. Geiser, 1994, 140-164
Klass. Schönheit und vaterländ. Heldentum, Ausstellungskat. Basel, 2004
– S. Hess, Zwischen Winckelmann und Winkelried, 2010

Autorin/Autor: Dieter Ulrich