01/09/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken

Cerentino

Polit. Gem. TI, Bez. Vallemaggia. C. liegt am Zusammenfluss der Rovana mit dem Wildbach des Valle di Bosco und besteht aus neun noch bewohnten sowie zwei zerfallenen Siedlungen. Die beträchtl. Distanzen und Höhenunterschiede zwischen den Fraktionen (die Hauptsiedlung liegt auf 979 m) tragen zur Isolation der wenigen verbliebenen Fam. bei. 1591 625 Einw.; 1769 475; 1801 365; 1850 371; 1900 209; 1950 152; 1990 47; 2000 58. Der ab Mitte des 19. Jh. besonders starke Bevölkerungsschwund ist v.a. auf Auswanderung und Landflucht zurückzuführen. Die Pfarrkirche Madonna delle Grazie bestand schon im 15. Jh. Sie wurde zu Beginn des 16. Jh. erweitert, als C. sich 1513 kirchlich von Cevio löste. Die Kirche enthält Stuckaturen und Fresken aus dem 17. Jh. Der Boden in der Umgebung C.s ist reich an Kalkstein, der im Baugewerbe und in Kalkbrennereien Verwendung fand. Das Dorf wird von Hangrutschen und einer kontinuierl. Erosion des Bodens, auf dem es steht, bedroht. Bis heute bilden Viehzucht und Ackerbau, die der Gem. früher eine weitgehende Selbstversorgung gewährten, die Grundlage für das Einkommen der meisten Einwohner. In den Sommermonaten verzeichnet C. etwas Tourismus.


Literatur
– G. Mondada, Gli Statuti e ordinamenti vicinali di C., 1977

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / CN