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Rothpletz, Emil

geboren 21.2.1824 Aarau, gestorben 13.10.1897 Zürich, ref., von Aarau. Sohn des Johann Heinrich, Kaufmanns und Bezirksamtmanns, und der Sara Isabella geb. Schuster, aus Neustadt (D). ∞ 1871 Elise Wydler, von Aarau. 1842-47 Rechtsstud. in Heidelberg und Zürich. 1847 Freiwilliger im Sonderbundskrieg, 1848 Teilnahme an der März-Revolution in Berlin. 1855 Hauptmann des Artilleriestabs, 1856 Adjunkt des späteren Generals Hans Herzog, 1860 Major, 1863 Oberstleutnant und Waffenchef der aarg. Artillerie, 1867 Oberst im eidg. Generalstab. Im Dt.-Franz. Krieg 1870-71 Adlat von General Herzog, 1875-83 erster Kommandant der 5. Division. 1878-94 (nominell bis 1897) Prof. für Kriegsgeschichte, Strategie, Taktik, Heeresorganisation und -verwaltung und erster Leiter der neu gegr. Militärabteilung am Eidg. Polytechnikum in Zürich. 1852 Bezirksrichter und 1852-56 Gerichtspräs. in Aarau, 1856-58 Oberrichter und ab 1858 Präs. des Kriminal- und Schwurgerichts; 1850-51 Stadtrat in Aarau, 1864-65 und 1871-78 aarg. Grossrat; 1860-74 Gründungspräs. des Aarg. Kunstvereins, 1863-64 Schüler des Historienmalers Johann Baptist Berdellé in München, 1888-91 erster Präs. der Eidg. Kunstkommission. R. galt als wichtiger Befürworter der Militärorganisation von 1874 sowie der Landesverteidigung und -befestigung und war ein bedeutender militärwissenschaftl. Publizist. Als Kunstliebhaber sammelte er Gemälde, die z.T. im Schlössli Aarau, ab 1862 sein Wohnsitz, untergebracht sind.


Werke
Militär. Erinnerungen, 1847-1895, hg. von E. Rothpletz, 1917
Literatur
SKL 1, 676
Generalstab 3, 154

Autorin/Autor: Zita Caviezel-Rüegg