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Rollier, Charles

geboren 27.9.1912 Mailand, gestorben 15.5.1968 Genf, ref., von La Sarraz. Sohn des Eric, Industriellen, und der Marie geb. Vigne. ∞ 1) 1942 Alice Vincent, 2) 1946 Gisèle Bachmann. Nachdem R. 1930-34 an der Akad. von Brera in Mailand studiert hatte, verliess er das faschist. Italien, zog 1934 nach Basel und 1936 in den Jura. Ab 1938 lebte er in Paris, wo er die Akad. Ranson und La Grande Chaumière besuchte. Nach einer Zwischenstation im südfranz. Mirmande hielt er sich ab 1941 in Genf, ab 1946 erneut in Paris auf, wo er mit Alberto Giacometti und Nicolas de Staël verkehrte. 1952 liess er sich in Chêne-Bourg nieder. Nach einer massgeblich von Paul Cézanne beeinflussten figurativen Werkperiode 1940-46 wandte sich R. der abstrakten Malerei zu und entwickelte eine Bildsprache, die mittels Farbfeldern, die durch Kraftlinien getrennt sind, gegenständl. Assoziationen weckt. Es folgten zwei wichtige lyrisch-abstrakte Schaffensperioden: In der Werkphase Brousailles ab 1955 fügte R. kräftige Striche zu einem die Natur und Weiblichkeit verbindenden dynam. Ganzen zusammen, während die Bilder des Ondoiement ab 1960 eine von christl. und oriental. Mystik getragene wirbelnde kosm. Erotik transportieren. 1958 vertrat R. die Schweiz an der Biennale von Venedig.


Literatur
Charles R. et la trans-figuration, Ausstellungskat. Genf, 1998
– M.L. Zwahlen, Charles R., la crise de 1966 et les dernières années (1967-1968), Liz. Neuenburg, 2009

Autorin/Autor: Rainer Michael Mason / BE