Bignasco

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Vallemaggia, seit 2006 mit Cavergno Teil der Gemeinde Cevio. Am Zusammenfluss der Maggia und der Bavona; B. war flächenmässig die grösste Gemeinde des Bezirks und umfasste auch den Weiler S. Carlo im Valle Bavona. 1230 Bugnascho. 1669 103 Feuerstätten; 1801 215 Einw.; 1850 202; 1900 179; 1920 143; 1950 186; 2000 306. Im 14. Jh. bildeten B., Cavergno, Menzonio und Brontallo eine einzige Genossenschaft, wobei aber jedes Dorf autonom blieb. 1781 erhielt B. das Recht, zwei Jahrmärkte abzuhalten. Die Pfarrei B. löste sich 1483 von Cevio. Bis 1786 umfasste sie auch Cavergno. Die dem Erzengel Michael geweihte Pfarrkirche (schon im 15. Jh. erw.) wurde mehrmals renoviert. Die Kapelle von S. Maria del Monte schmücken Fresken von 1512. Gebäude aus dem 16. Jh., zwei torbe (Getreidespeicher auf Stelzen) und eine Brücke aus dem 17. Jh. Im 19. Jh. war B. von der Massenauswanderung nur wenig betroffen, obwohl schon im 18. Jh. ein konstanter Emigrantenstrom v.a. nach Italien und Holland abfloss. Die Haupterwerbszweige der Einwohner waren jahrhundertelang der Ackerbau und die Viehzucht, das Handwerk und die Berufe der saisonalen Auswanderer; die Anfang der 1960er Jahre begonnene Wasserkraftnutzung brachte Infrastruktur und Arbeitsplätze. 1907-65 war B. die Endstation der Eisenbahn, die das Maggiatal mit Locarno verband.


Literatur
Vallemaggia, hg. von G. Martini, 1988, 104 f.

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / MF