No 1

Nahl, Johann August

geboren 22.8.1710 Berlin, gestorben 22.10.1781 Kassel, prot., aus Brandenburg-Ansbach, 1746 von Chardonney-sur-Morges. Sohn des Johann Samuel, Bildhauers, und der Eva Maria Borsch. ∞ 1736 Anna Maria Gütig. Nach Ausbildungsjahren beim Vater und Studienreisen in Frankreich und Italien wurde N. 1741 Hofbildhauer in Berlin. Von hier zog er 1746 nach Bern, wo er das Tannengut in Reichenbach (Gem. Zollikofen) kaufte. Zu seinen Hauptwerken in Bern zählen das Epitaph für Beat Ludwig May (Thun, 1747) sowie die Grabmäler in Hindelbank für Hieronymus von Erlach (1751) und Maria Magdalena Langhans (1753). Letzteres machte ihn europaweit bekannt. In seiner dramat. Schlichtheit bewegte der Sandsteinsarkophag, durch dessen berstenden Deckel Mutter und Kind den Trompeten der Auferstehung folgen, nicht nur Christoph Martin Wieland und Johann Wolfgang von Goethe, sondern eine ganze Generation von Kunstreisenden, wovon zahllose Beschreibungen und Reproduktionen zeugen. Nach dem Ruf 1755 nach Kassel wirkte N. 1767 als Prof., ab 1777 als Direktor der Abt. Bildhauerei an der neuen Akademie.


Literatur
BLSK, 775
– M. Flury-Rova, «Symbol der Ewigkeit», in Kunst und Stein 48, 2003, Nr. 4, 6-12

Autorin/Autor: Dieter Ulrich