01/11/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Iragna

Polit. Gem. TI, Bez. Riviera. Das Dorf liegt auf dem rechten Ufer des Tessin. 1210 Inagna. 1567 ca. 400 Einw.; 1801 209; 1850 374; 1900 344; 1950 260; 2000 491. I. war eine der zehn Dorfgenossenschaften (vicinie), welche die Gem. der Leventina bildeten. Dieser Talgemeinschaft gehörte es bis 1441 an, als die Leventina zusammen mit Lodrino und seinen Weilern zwischenzeitlich zu Uri kam. Dann wurde I. Teil eines Vikariats der Mailänder Herzöge, das unter der Leitung eines von den alteingesessenen Bürgern (vicini) selbst gewählten Amtsmannes stand. Die den SS. Eusebio e Gaudenzio geweihte Kirche ist seit 1210 belegt. In der 1. Hälfte des 17. Jh. waren die Einwohner von I. in eine Reihe von Hexenprozessen verwickelt. Da I. an einer Strecke lag, die eine Alternative zur traditionellen Route über Biasca bot, besass es ein Hospiz (1288 erw.). Dieses hing von jenem in Pollegio ab. An I.s Kastanienwälder waren auch die Bewohner der mittleren und oberen Leventina interessiert. Der Granitabbau, der seit Ende des 19. Jh. im grossen Stil betrieben wird, stellt für I. wie für die Nachbargemeinden eine der wichtigsten Einnahmequellen dar.


Quellen
MDT, Ser. 2
Literatur
Il Comune, 1978, 165-179
– G. Chiesi, Lodrino, 1991

Autorin/Autor: Giuseppe Chiesi / MS