Büetigen

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Büren, im Schwemmgebiet der Aare gelegen, mit dem Dorf B. (1261 Buetingen), der Hofgruppe Im Tal und den Neuquartieren Buchen- und Birkenweg. 1764 165 Einw.; 1850 350; 1900 450; 1950 506; 1990 585; 2000 707. Einzelfunde des Meso- und Neolithikums (Schwärzi, Oberberg, Im Tal, Halblee), Gräber der Latènezeit, frühma. Gräberfeld im Dorf. Auf dem Burghubel evtl. ma. Sitz (keine Mauerspuren) der im 13. Jh. erwähnten Ministerialen von B., deren Besitz an die Abteien St. Urban und Frienisberg überging. Frienisberg trat allmählich an die Stelle älterer Grundherren (Kyburger, Gottstatt), übertrug aber 1365 das Gericht B. dem bern. Vogt in Aarberg (1380 Verkauf an Bern). Nach der Säkularisation der Abtei (1528) wurde B. (mit den Höfen Janzenhausen und Scheunenberg) der neuen Vogtei Frienisberg, militärisch-hochgerichtlich der Vogtei Büren, 1798 ohne die erwähnten Höfe ganz dem helvet. Distrikt (ab 1803 Oberamt, seit 1831 Amtsbez.) Büren zugeteilt. Kirchlich gehörte B. stets zu Diessbach. Das Ackerbauerndorf trug bis zum Bau des Hagneckkanals (1868-78) die Last der Aarewehr. Entwässerung und Güterzusammenlegung im Verband mit Nachbargemeinden veränderten 1943-52 die Flur stark. B. liegt an der alten Landstrasse Solothurn-Murten, aber an keiner Bahnlinie; Autokurse verbinden den Ort mit Lyss. Trotz bäuerl. Gepräge ist B. Schlafgemeinde mit 70% Wegpendlern (1990) v.a. nach Lyss, Biel und Bern, Kleingewerbe und Dienstleistungsbetrieben. Zivilstandsamt und Krankenpflege teilt B. mit Diessbach, die Sekundarschule mit Dotzigen.


Literatur
– G. Häusler, B., 1986
– S. Ulrich-Bochsler, B. - Köniz - Unterseen: anthropolog. Unters. an früh- und hochma. Skeletten, 1994

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler