Tremona

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Mendrisio, seit 2009 Teil der Gemeinde Mendrisio. T. liegt in hügeligem Gelände an den Ausläufern des Monte San Giorgio. 864 Tremona, dt. früher Trenere. 1599 110 Einw.; 1643 156; 1747 198; 1801 164; 1850 293; 1900 308; 1950 177; 1960 155; 2000 393.

Grabungen ab 1991 auf dem nördlich des Dorfs gelegenen Hügel Castello förderten Funde aus dem Neolithikum, der Bronze- und der Hallstattzeit zutage, während man bei Piasa auf eine Nekropole mit 42 Gräbern aus der Latène- und der Römerzeit stiess. Eine auf der unteren Terrasse des Hügels gelegene, 2000-07 erforschte und aus 27 Reihenwohnhäusern bestehende Niederlassung aus der 2. Hälfte des 10. Jh. bezeugt die Besiedlung T.s im MA. Ihre rasche Aufgabe im 13. Jh. ist wahrscheinlich auf die Kämpfe zwischen Mailand und Como zurückzuführen. Erste Ergebnisse der seit 2009 laufenden Grabungen auf der oberen Terrasse lassen auf die Existenz einer Burg mit Innengebäuden und Bergfried schliessen. Die Bautypologie der aus dem 14. und 15. Jh. stammenden Gebäude unterscheidet sich von derjenigen der unteren Terrasse. Administrativ und kirchlich gehörte T. zur Pieve Riva San Vitale. 1493 löste sich T. von der Mutterkirche und bildete mit der im selben Jahr erw. Pfarrkirche S. Agata eine eigene Pfarrei. 1770 wurde die 1578 erw. Kirche S. Maria Assunta zur Pfarrkirche erhoben. 1798 schloss sich T. der kurzlebigen Republik Riva San Vitale an. Lange blieb es ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf, in dem Viehzucht und noch zu Beginn des 21. Jh. Rebbau betrieben wurden. Bis 1960 entvölkerte sich T. zunehmend, danach wuchs die Bevölkerungszahl dank der Zuwanderung aus anderen Kantonen wieder. Allgemein stieg die Zahl der Wegpendler.


Literatur
– G. Piffaretti, T., 1995
– A. Martinelli, T. Castello: dal V millennio a.C. al XIII secolo d.C., 2008

Autorin/Autor: Stefania Bianchi / CHM