Rancate

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Mendrisio, seit 2009 Teil der Gemeinde Mendrisio. R. reicht von der Talsohle des Laveggio bis zum Abhang des Hügels Sant'Agata und umfasst u.a. die Weiler Penate und Cantone, wo einst ma. Wehranlagen standen. 1190 Rancade. 1591 250 Einw.; 1643 292; 1702 390; 1769 507; 1801 463; 1850 634; 1900 717; 1950 753; 2000 1'353. Siedlungsspuren gehen bis auf das Altertum zurück. Im MA gehörte R. zur Grafschaft Seprio und war vielleicht schon Ende des 13. Jh. eine Gemeinde, wird jedoch erstmals 1335 als solche erwähnt. 1798 trat es der kurzlebigen Republik Riva San Vitale bei. 1528 trennte sich das Dorf von der Pieve Riva San Vitale, unter deren weltl. und kirchl. Verwaltung es bislang gestanden hatte, und wurde eine selbstständige Pfarrei; seit 1731 trägt der Pfarrer den Titel Propst. Die 1466 erw. Pfarrkirche S. Stefano wurde 1771-74 umgebaut und vergrössert und letztmals 2005-07 restauriert. Neben Ackerbau, Rebbau und Forstwirtschaft blühte in R. ein v.a. an Mühlen und eine Hammerschmiede gebundenes ländlich geprägtes Handwerk. Eine Rolle spielte auch die Auswanderung, u.a. von Kunsthandwerkern (Maestranze), in versch. europäische Länder, v.a. nach Italien, Frankreich und Russland sowie in die übrige Schweiz. Seit den 1950er Jahren erlebt R. verkehrsmässig, baulich und industriell einen starken Aufschwung, u.a. dank Treibstofflagern, Konfektion, Uhrmacherei, Bau- und Transportunternehmen sowie Eisenverarbeitung. 2005 entfielen 81% der vorwiegend von Grenzgängern besetzten Arbeitsplätze in der Gemeinde auf den 2. Sektor, 17% auf den 3. Sektor. 2000 waren rund vier Fünftel der erwerbstätigen Bevölkerung Wegpendler. In R. befindet sich die kant. Pinacoteca Giovanni Züst, die 1967 im ehem. Pfarrhaus eröffnet worden ist.


Literatur
R., [1984]
Immagini e memoria di un paese, Ausstellungskat. R., 2000
Archivio dei nomi di luogo. R., 2006

Autorin/Autor: Stefania Bianchi / PTO