Novazzano

Polit. Gem. TI, Bez. Mendrisio. Dorf in hügeligem Gelände an der schweiz.-ital. Grenze, das u.a. den Weiler Brusata umfasst. 875 Nepotiano; 1152 Novezano. 1591 450 Einw.; 1723 603; 1801 698; 1850 1'038; 1900 1'254; 1950 1'340; 2000 2'369. N. war bereits zur Römerzeit besiedelt; in Castel di Sotto wurden Altarfragmente gefunden. Im MA gehörte N. zur Grafschaft Seprio und ist seit 1335 als Gem. bezeugt. 1567 trennte sich das Dorf von der Pieve Balerna, unter deren weltl. und kirchl. Verwaltung es bislang gestanden hatte, und wurde selbstständige Pfarrei. Die Pfarrkirche SS. Quirico e Giulitta (im 13. Jh. SS. Giovanni e Quirico) ist seit 1330 bezeugt, aber älteren Ursprungs (rom. Glockenturm aus dem 12. Jh.). Sie wurde 1776-79 neu erbaut und 1998-99 letztmals renoviert und archäologisch erforscht. Die einst von der Landwirtschaft geprägte Gem. erlebte seit den 1950er Jahren einen beachtl. industriellen Aufschwung (Konfektion, Präzisionsmaschinenbau) und ein starkes Bevölkerungswachstum. 2005 stellte der 2. Sektor mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze, die meist von Grenzgängern besetzt wurden; besondere Bedeutung hat eine Präzisionsgiesserei mit rund 500 Beschäftigten. 2000 waren rund drei Viertel der Erwerbstätigen Wegpendler.


Literatur
– R. Zariatti, Briciole di storia novazzanese, 1971
– T. Bernasconi, Briciole di storia novazzanese 2, 1991

Autorin/Autor: Stefania Bianchi / PTO