Tribolet [de] (NE)

Neuenburger Fam. aus dem Val-de-Ruz, wo sie erstmals 1358 bezeugt ist. Verwandtschaftl. Verbindungen zu den T. von Le Landeron sind nicht nachgewiesen. Stammvater wäre demnach Jean Escoffier von Fontainemelon, dessen Enkel T. hiessen. Aus der Fam., die sich 1428 in Gals niederliess, ging 1478 die Berner Linie hervor. Eine andere Linie entstand 1444 in Neuenburg, wo die T. 1451 eingebürgert wurden. Hier wurde Pierre ( -> 14) zum Ahnherrn des älteren Zweigs, der 1843 mit Charles-Etienne ( -> 2) erlosch. Pierres Bruder Nicolas ( -> 12) gründete den jüngeren, noch existierenden Zweig. Mehrere T. wurden zwischen 1593 und 1642 geadelt. Vom 16. Jh. an bekleideten sie polit. Ämter, zuerst in der Stadt, später im Fürstentum Neuenburg. Mit Abram ( -> 1) 1611 stellten die T. den ersten, mit Charles-Etienne und Charles Godefroy ( -> 3) 1831 die letzten der zehn Staatsräte, wobei fünf Familienmitglieder dieses Amt zwischen 1611 und 1668 innehatten. Die T. standen den d'Orléans-Longueville nahe und unterstützten deren Bemühungen im 17. Jh. um den Ausbau der Territorialherrschaft in Neuenburg. Zahlreiche Vertreter der Fam. leisteten fremde Dienste. Einige T., die von Jean (gestorben 1582) und Catherine Hardy, Tochter des Guillaume Hardy, abstammten, nannten sich T.-Hardy. Guillaume hatte sein Vermögen mangels direkter Erben den männl. Nachkommen seiner Tochter vermacht, verlangte jedoch die Weiterführung seines Namens. Diese Substitution genannte Erbfolge endete 1848, als Mitglieder des jüngeren Zweigs anspruchsberechtigt wurden. Sie hielten an ihrem alten Namen fest und konnten frei über die Güter verfügen.


Literatur
La famille de T., bourgeoise de Neuchâtel, hg. von M. de Tribolet, 1898; 1927 (Erg. Bd. 1927)

Autorin/Autor: Myriam Volorio Perriard / SRL