• <b>Meuron</b><br>Die Psychiatrische Klinik in Préfargier in der Gemeinde Marin-Epagnier im Jahr 1854. Dreifarbige Lithografie von  Jean Jacottet  nach einer Zeichnung von Johann Jenzer (Musée d'art et d'histoire Neuchâtel). Die vom Neuenburger Unternehmer und Mäzen Auguste-Frédéric de Meuron gegründete Maison de santé wurde zwischen 1845 und 1848 gebaut und am 2. Januar 1849 eröffnet. Die Pläne für das Bauwerk stammten vom Franzosen Pierre-François-Nicolas Philippon. Die Neuenburger Louis und Léo Châtelain waren die ausführenden Architekten und planten auch die Umbauten und Erweiterungen bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Meuron [de]

Familie aus Saint-Sulpice (NE), ab 1598 Bürger von Neuenburg. Die Genealogie der Familie ist gut erforscht, beginnend mit Claude, der gegen Ende des 15. Jh. als Freier (homme franc) erwähnt wird. Die M. waren zuerst einfache Handwerker, die sich auf lokaler Ebene engagierten, etwa als Gouverneure von Saint-Sulpice. Hauptsächlich ab dem 18. Jh. standen sie im Dienst des Fürsten von Neuenburg. Aus wirtschaftl. Gründen verliess die Familie im 17. Jh. das Val-de-Travers. Das Geschlecht der M. umfasst insgesamt zwölf Zweige, von denen sieben zwischen 1711 (Etienne -> 9) und 1789 geadelt wurden. Nachdem sich Etienne (1683-1748) in Neuenburg niedergelassen hatte, begann der soziale Aufstieg der Familie. Die M. übernahmen nun Ämter der Stadt Neuenburg (Räte, Mitglieder der Exekutive Quatre-Ministraux) und traten in den Dienst des Fürsten (Maires, Kastlane, drei zwischen 1709 und 1811 ernannte Staatsräte) oder der Kirche. Zahlreiche M. engagierten sich auch in fremden Diensten, wie Charles-Daniel ( -> 4) und sein Bruder Pierre-Frédéric ( -> 13). Die M. betätigten sich v.a. im Handel. Sie investierten in die im 18. Jh. bedeutendsten Branchen Neuenburgs, nämlich die Zeugdruckerei, die Uhren- und Spitzenproduktion. Sie gründeten auch Unternehmen im Ausland, etwa ein Handelshaus in Lissabon und betrieben Kupferminen bei Bayonne. Auguste-Frédéric eröffnete eine Schnupftabakfabrik in Brasilien, David-Henri (1742-1825) und der Bieler David Schwab gründeten eine Indiennemanufaktur in Portugal. Daniel (1744-1820), Korrespondent des "Journal littéraire de Lausanne", und Henri (1752-1813), erster Bibliothekar der öffentl. Bibliothek Neuenburg, initiierten die Publikation der Werke des Naturforschers Charles Bonnet und gründeten zwei gemeinnützige Gesellschaften - die Société d'émulation patriotique de Neuchâtel und die Société du Jeudi - sowie die Lesegesellschaft. Louis (1780-1847), Autor mehrerer Publikationen, war während mehr als zehn Jahren alleiniger Redaktor des "Véritable Messager boiteux de Neuchâtel". Charles-Daniel ( -> 4) vermachte seiner Heimatstadt mehrere Sammlungen. Diese bildeten die Grundsteine für das Musée d'ethnographie, das Hist. Museum und das Naturhist. Museum. Die M. brachten auch bekannte Maler hervor: Albert ( -> 1), Louis ( -> 10) und Maximilien ( -> 11) waren für das Neuenburger Kunstleben von zentraler Bedeutung. Durch persönl. Engagement und Schenkungen stellten die M. ihre Verbundenheit mit der Region Neuenburg unter Beweis. Obschon ihre berufl. Tätigkeit sie ins Ausland führte, kehrten sie in die Heimat zurück, um hier ihren Ruhestand zu verbringen. Nachdem Auguste-Frédéric (1789-1852) in Brasilien reich geworden war, gründete er auf eigene Kosten - aber in Absprache mit dem Staat - das Maison de santé für geistig kranke Menschen in Préfargier (Marin-Epagnier, heute Gemeinde La Tène). Generationen von M. engagierten sich dort; auch zu Beginn des 21. Jh. wird die Stiftung von einem M. geleitet. Zahlreiche Gebäude und Güter in den Kt. Neuenburg, Bern und Waadt sowie in Frankreich sind mit dem Namen der Familie verbunden. Seit 1791 besteht eine Familienstiftung, an der nur die Männer beteiligt sind; sie informiert alle zehn Jahre schriftlich über die neusten Entwicklungen der Familie.

<b>Meuron</b><br>Die Psychiatrische Klinik in Préfargier in der Gemeinde Marin-Epagnier im Jahr 1854. Dreifarbige Lithografie von  Jean Jacottet  nach einer Zeichnung von Johann Jenzer (Musée d'art et d'histoire Neuchâtel).<BR/>Die vom Neuenburger Unternehmer und Mäzen Auguste-Frédéric de Meuron gegründete Maison de santé wurde zwischen 1845 und 1848 gebaut und am 2. Januar 1849 eröffnet. Die Pläne für das Bauwerk stammten vom Franzosen Pierre-François-Nicolas Philippon. Die Neuenburger Louis und Léo Châtelain waren die ausführenden Architekten und planten auch die Umbauten und Erweiterungen bis Anfang des 20. Jahrhunderts.<BR/>
Die Psychiatrische Klinik in Préfargier in der Gemeinde Marin-Epagnier im Jahr 1854. Dreifarbige Lithografie von Jean Jacottet nach einer Zeichnung von Johann Jenzer (Musée d'art et d'histoire Neuchâtel).
(...)


Archive
– AEN, Nachlass
Literatur
– G. de Meuron, Histoire d'une famille neuchâteloise, 1991

Autorin/Autor: Myriam Volorio Perriard / CN