Jacot

Weit verbreitetes Neuenburger Geschlecht, das ursprünglich von Le Locle stammte und sich dann in- und ausserhalb des Kantons weit verzweigte, v.a. im Berner Jura. Jean Jacob ist der erste nachweisbare Vertreter der Fam. und wahrscheinlich ihr Stammvater. Vier seiner Söhne hatten 1506 in Le Locle den Status freier Bauern. Deren Nachkommen gründeten Zweige der J. in Montmollin, Coffrane, La Chaux-du-Milieu, Les Ponts-de-Martel, La Sagne, Gorgier, La Ferrière und, im 17. Jh., in Saint-Aubin (heute Gem. Saint-Aubin-Sauges). Übernamen, die dann zu Familiennamen wurden (J.-Baron, J.-Descombes, J.-Descombes-dit-Gendre, J.-dit-Montandon, J.-Guillarmod, J.-Parel), unterschieden nach und nach die einzelnen Zweige. Die Schreibweise J.-Descombes (J.-des-Combes) erschien erstmals zu Beginn des 16. Jh. Etienne Descombes wurde 1536 der erste Pfarrer von Le Locle, wo er zuvor mehrere Jahre lang als Vikar gewirkt hatte. Daniel, der 1688 von Le Locle nach Saint-Aubin gezogen war, trug den Übernamen "des Combes", der von seinen Nachfahren wieder aufgegeben wurde. Erst 1893 nahm dieser Zweig den alten Familiennamen J.-Descombes - mit behördl. Bewilligung - wieder auf. Die J.-Guillarmod stammen von Guillaume, genannt Guillarmod, von La Sagne und dessen Frau Antoina Simonin (Heirat 1530) ab. Einige Vertreter dieses Zweigs taten sich im Militär, in der Politik, in der Kunst (Bildhauerei, Malerei) und in der Wissenschaft (Recht, Medizin, Kartografie und Erforschung) hervor. Die J. waren vorwiegend Bauern, aber auch Handwerker, insbesondere im 18. Jh. In ihrer Schmiede, die sich zuerst in La Chaux-du-Milieu, später in Le Locle befand, stellten sie Waffeleisen, Musikinstrumente (Oboen, Hörner, Trompeten, Fagotte) und Waffen her. 1707 fertigten sie für einen unbekannten Auftraggeber 8'000 Bajonette an.


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– AEN, Dok. und Nachlass Jean Pettavel

Autorin/Autor: Myriam Volorio Perriard / PTO