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Morbio Inferiore

Polit. Gem. TI, Bez. Mendrisio; auf einer Anhöhe über der Talsohle gelegenes Haufendorf. 1148 Morbio Subteriori, 1198 Morbio inferiori. 1671 341 Einw.; 1703 374; 1769 434; 1801 471; 1850 700; 1900 911; 1950 1'255; 2000 4'105. Wie die vielfältigen Funde, u.a. Grabstätten, Reste einer Villa und einiger Thermen aus röm. Zeit bestätigen, ist M. seit dem Altertum bewohnt. Im MA gehörte das Dorf zur Pieve Balerna. Eine 1198 erw. Burg ersetzte wahrscheinlich ein älteres Fort. 1467-68 stritt die herzogl. Kammer mit der Gem. Mendrisio um den Besitz von M., das ursprünglich Mendrisio zugesprochen und anschliessend verkauft worden war. 1473 verlieh es der Hzg. von Mailand an Pietro da Oli und 1482 an Roberto Sanseverino. Anfang des 16. Jh. ging es an die Trivulzio über und wurde schliesslich von den Eidgenossen erworben, die 1517 die Burg mit Ausnahme der Kapelle schleiften. Auf deren Grundmauern wurde nach 1595 die Kirche S. Maria dei Miracoli erbaut, 1613 geweiht und 1776 mit der Loslösung von Balerna zur Pfarrkirche erhoben. 1974 und 1999-2001 wurde sie renoviert. Die Kirche S. Giorgio, zu der die Vizepfarrei M. bis 1713 gehörte, wurde 1309 errichtet und 1975-78 restauriert. Die 1578 erw. Kapelle S. Rocco wurde um 1760 neu erbaut und um 1985 renoviert. Die Gem., die früher von Rebbau, dem Anbau von Maulbeerbäumen und Mais sowie Müllereibetrieben gelebt hatte, erfuhr im 20. Jh. eine bemerkenswerte demograf., baul. und industrielle Entwicklung mit Grossbäckerei, Bierbrauerei, Zementfabrik und später Textil- und Uhrenindustrie. 2000 arbeiteten drei Viertel der Bevölkerung ausserhalb der Gemeinde. 2001 wurde der Parco naturale delle gole della Breggia (Naturpark der Breggiaschlucht) eingeweiht.


Literatur
– S. Ortelli, Consoli e municipi nell'antica Morbio Sotto, 1975
S. Maria dei Miracoli, M., 2003
Il parco delle Gole della Breggia, hg. von P. Oppizzi, F. Spinedi, 2007

Autorin/Autor: Stefania Bianchi / MS