Meride

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Mendrisio, seit 2013 Teil der Gemeinde Mendrisio. Das Gebiet von M. erstreckt sich bis zum Gipfel des San Giorgio, an dessen Südabhang das dicht gebaute Dorf liegt. 852 Melede, 1430 Merede. 1591 450 Einw.; 1643 386; 1702 394; 1769 325; 1801 340; 1850 415; 1900 441; 1950 365; 2000 293. Das Gebiet ist von grossem geolog. und paläontolog. Interesse; M. steht auf Kalkfelsformationen des Trias (sog. Meridekalk) und ist Ausgangspunkt der meisten wissenschaftl. Ausgrabungsprojekte am Monte San Giorgio. M. hat auch einigen Fossilien den Namen gegeben. 963 trat die Benediktinerabtei S. Ambrogio in Mailand die Güter, die sie in M. besass, dem Kloster S. Pietro in Lodi ab. Im MA gehörte die Gemeinde zur Pieve Riva San Vitale und bildete wie Besazio und Tremona, mit denen sie die Weide- und Holznutzungsrechte teilte, einen Terzier (Drittel) der Pieve. 1483 löste sich M. von der Mutterkirche Riva San Vitale und wurde selbstständige Pfarrei. Die im selben Jahr belegte ehem. Pfarrkirche S. Silvestro, ein künstler. Kleinod, erhebt sich auf einem Hügel über dem Dorf, auf dem vermutlich eine Burg stand (Mauerreste z.T. in die Kirche integriert). Die heutige Pfarrkirche S. Rocco, 1578 erwähnt, wurde 1770-72 erweitert und 1969-70 restauriert. Bei der Kapelle S. Giorgio aus dem 13. Jh. stand eine Einsiedelei, die u.a. den später selig gesprochenen Manfredo Settala beherbergte. Früher war Ackerbau und Weidewirtschaft die Hauptbeschäftigung. Im 20. Jh. erlebte die Gemeinde einen kontinuierl. Bevölkerungsrückgang, der in den 1990er Jahren dank der Entstehung neuen Wohnraums etwas aufgefangen wurde. 2000 arbeiteten zwei Drittel der Erwerbstätigen auswärts. 1973 wurde das Fossilienmuseum eröffnet. In letzter Zeit hat auch der Sommertourismus Fuss gefasst.


Literatur
– G. Martinola, Lettere dai paesi transalpini degli artisti di M. e dei villaggi vicini, 1963
Il Comune, 1971, 176-191
Il Monte San Giorgio, hg. von M. Felber, 22006

Autorin/Autor: Stefania Bianchi / CN