Genestrerio

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Mendrisio, seit 2009 Teil der Gemeinde Mendrisio. In der Campagna Adorna gelegen und von den Hügeln Novazzanos umgeben. 1375 Cassina de Zenestrario. 1591 160 Einw.; 1643 180; 1769 260; 1801 272; 1850 414; 1900 458; 1950 394; 2000 827. Obwohl die Siedlung erst 1375 erwähnt wird, als sie Mendrisio (bzw. Adelsfam. des Borgo) zugehörig war, hatte G. Privilegien kaiserl. Ursprungs. Diese werden später von den eidg. Orten bestätigt. Im 15. Jh. erscheinen Einwohner von G. als Dorfvögte (consoli) in Nachbargemeinden. Eine eigene Gemeinde bildete sich wohl im 16. Jh. heraus. Kirchlich wurde G. 1599 selbstständig, als es sich von Balerna loslöste. Die Pfarrkirche S. Antonio Abate, 1578 erwähnt, stammt aus dem 17. Jh., wurde im 19. Jh. vergrössert und 1992 restauriert. G. liegt in einer fruchtbaren Ebene, auf der Ackerbau in Halbpacht betrieben wurde. Dennoch war auch die period. Auswanderung (v.a. als Maurer) verbreitet. Ende des 20. Jh. hat G. aufgrund der Entwicklung im Wohnungs- und Strassenbau ein neues Gesicht erhalten. Das landwirtschaftlich genutzte Gebiet ging zugunsten zahlreicher neuer Betriebe zurück, die jedoch nur einen Teil der am Ort Ansässigen beschäftigten.


Literatur
– D. Robbiani, G., 1973 (21991)
– Martinola, Inventario 1, 200-209

Autorin/Autor: Stefania Bianchi / CN