22/11/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Evilard

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Biel. Die Gem. mit den Dörfern E., Magglingen und dem Gebiet Pré de Macolin (1880 von Orvin an E. abgetreten) liegt am Jurarsüdhang oberhalb von Biel. 1300 Lomeringen, dt. Leubringen. 1770 150 Einw.; 1850 365; 1900 560; 1950 1'112; 2000 2'376. Grundbesitzer in E. waren seit dem MA Kirchen, Klöster (St. Petersinsel, St. Johannsen, Gottstatt) und der Fürstbf. von Basel. Als Teil des bischöfl. Meiertums Biel und der städt. Äusseren Ziele stand E. militärisch und gerichtlich, mit Steuern und Frondiensten unter Biel. E. blieb mit Biel verbunden: Unter franz. Herrschaft gehörte es 1798-1813 zum Canton de Bienne, ab 1815 zum bern. Oberamt Nidau, seit 1832 zum Amtsbez. Biel. 1821 wurde das zuvor nach Orvin kirchgenössige E. der Kirchgem. Biel zugeteilt. Eine Gemeindefusion mit Biel lehnte es aber 1902 ab. Die Bevölkerung des auf 630 bis 1030 m gelegenen Orts trieb Ackerbau und Weidewirtschaft; noch heute besitzt die Burgergemeinde E. zahlreiche Grundstücke in der Gemeinde und einen Alpbetrieb auf dem Gebiet von Orvin. Der Bau der Fahrstrasse nach Biel 1870 leitete die Öffnung der Gemeinde ein: Nach der Etablierung Magglingens als Luftkurort erlebte auch das Dorf E. eine bescheidene tourist. Entwicklung mit dem Bau mehrerer Hotels (u.a. Trois Sapins, heute Gemeindehaus) und ab 1898 der Seilbahn nach Biel. Die gute Verkehrserschliessung und die sonnige Lage führen seit den 1950er Jahren zu reger Wohnbautätigkeit und einem starken Wachstum der Bevölkerung, die zu einem grossen Teil aus Wegpendlern besteht. Die Infrastruktur der Gesamtgemeinde (Schulhaus, Post, Feuerwehr, Altersheim usw.) konzentriert sich auf das Dorf E. In der einst mehrheitlich französischsprachigen Gemeinde überwiegt heute wegen der Zuzüger die dt. Sprache (2000 60% deutsch, 34% französisch).


Literatur
– W. Bourquin, Beitr. zur Gesch. Biels, 1922, 149-153
E./Leubringen, Magglingen/Macolin, 1991-
– A. Perrenoud et al., Exploitation durable des pâturages boisés, 2003

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler