• <b>Sonnenberg</b><br>Das Familienwappen im "Liber Amicorum" aus dem 16. Jahrhundert (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern). Diese von 1567 datierende Seite des "Liber Amicorum" gehörte den Brüdern Johann Kaspar und Renward Göldlin von Tiefenau. Mit einem Vers aus einem Psalm überschrieben, präsentiert eine Allegorie der Zeit das Familienwappen der Sonnenberg. Ganz unten auf der Seite steht die Unterschrift von Jakob Sonnenberg, der ab 1558 dem Kleinen Rat von Luzern angehörte.

Sonnenberg [von]

Fam. des Luzerner Patriziats. Chuoni erschien 1357, Götschi 1385 als Bürger von Luzern. Stammvater der zu Beginn des 21. Jh. noch bestehenden Fam. war Jost (gestorben wahrscheinlich 1467), der wohl aus Altkirch (Elsass) kam und spätestens ab 1418 Bürger von Luzern war. Er amtierte ab 1452 als Luzerner Grossrat, war Baumeister und Vogt von Weggis und gehörte zu den reichsten Luzernern. Sein Sohn Hans ( -> 4) war 1499 der erste von vier Schultheissen der Familie. Mit Christophs Eintritt in den Kl. Rat 1523 waren die S. dort bis 1798 mit jeweils einem bis drei Mitgliedern stets vertreten, u.a. mit Alphons ( -> 1), Eustach ( -> 2) und Jakob ( -> 6). Sie erhielten zwei Wappenbriefe: 1488 von Kg. Matthias Corvinus von Ungarn und 1666 von Ks. Leopold I. Den Junkertitel führten sie ab 1494, das Adelsprädikat "von" erstmals 1600 und konsequent vom letzten Drittel des 17. Jh. an. Ab 1506 besass die Fam. einen Altar in der Franziskanerkirche in Luzern. Ludwig ( -> 11) gehörte 1846-47 als Vertreter der Konservativen dem Regierungsrat an. Nach Ulrich, 1890-99 Stadtrat von Luzern, beteiligte sich die Fam. nicht mehr am polit. Geschehen Luzerns. Die S. waren im 15. Jh. u.a. im Tuchhandel tätig. Sonst ist über ihre berufl. Tätigkeit wenig bekannt, doch stellten sie einige hochrangige Offiziere im In- und Ausland. Aus dem Geschlecht gingen auch Geistliche hervor, so Ignaz Walter ( -> 5), Josef ( -> 8), Karl Emanuel ( -> 9) und Kolumban ( -> 10). Der Heiratskreis der S. umfasste v.a. die Luzerner Kleinratsgeschlechter. Die heute verschwundene Burg der kyburg.-habsburg. Ministerialen von Ballwil ging im 15. Jh. an die S. Diese waren ab 1678 Kollatoren der Pfarrei Ballwil. Die Herrschaft Tannenfels befand sich 1678-87 in ihrem Besitz; den dazugehörigen Twing Buttisholz traten sie 1775 an die Pfyffer-Feer ab. Franz ( -> 3) erwarb 1680 die Herrschaft Kasteln und errichtete darauf ein Fideikommiss, zu dem die Herrschaft gehörte. Sein Neffe Heinrich baute 1683-84 das noch bestehende Landschlösschen. Jakob Anton Thüring ( -> 7) errichtete 1759 auf dem von 1674 an zum Besitz der Fam. gehörenden Gut zum Stein in Luzern das Schloss Steinhof, das als bedeutendstes Bauwerk des 18. Jh. in Luzern gilt und 1924 an die Schweizer Provinz der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf verkauft wurde.

<b>Sonnenberg</b><br>Das Familienwappen im "Liber Amicorum" aus dem 16. Jahrhundert (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern).<BR/>Diese von 1567 datierende Seite des "Liber Amicorum" gehörte den Brüdern Johann Kaspar und Renward Göldlin von Tiefenau. Mit einem Vers aus einem Psalm überschrieben, präsentiert eine Allegorie der Zeit das Familienwappen der Sonnenberg. Ganz unten auf der Seite steht die Unterschrift von Jakob Sonnenberg, der ab 1558 dem Kleinen Rat von Luzern angehörte.<BR/><BR/>
Das Familienwappen im "Liber Amicorum" aus dem 16. Jahrhundert (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern).
(...)


Archive
– StALU, FamA
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 1, 545 f.; 5, 582 f.
– K. Messmer, P. Hoppe, Luzerner Patriziat, 1976

Autorin/Autor: Peter Quadri