25/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Arzo

Polit. Gem. TI, Bez. Mendrisio, an der ital. Grenze. 1335 Arzio. 1591 260 Einw.; 1769 610; 1801 418; 1850 634; 1900 743; 1950 653; 2000 1'010. In weltl. und kirchl. Belangen gehörte A. zunächst zur Pieve Riva S. Vitale. 1534 wurde es zur Pfarrei erhoben. Der älteste Beleg der Kirche SS. Nazaro e Celso datiert von 1456. Der bestehende Bau aus dem 16. Jh. wurde zu Beginn des 17. Jh. umgebaut und 1947 restauriert. In hügeligem Gelände gelegen, war A. bereits im MA wegen seiner Marmorbrüche bekannt. Die Bevölkerung lebte vom Abbau des Marmors und vom Ertrag der Alpen, Reben und Wälder. Hinzu kamen Einkünfte aus der period. Auswanderung, die Ende des 19. Jh. von der dauerhaften Emigration v.a. nach Vermont abgelöst wurde. Nach 1950 änderte sich allmähl. die Wirtschaftsstruktur. Mehrere Fabriken, v.a. der Bekleidungsindustrie, wurden gebaut, in denen vorwiegend ital. Grenzgängerinnen (ca. 80% der in der Gem. Beschäftigten) arbeiten. Die Einw. von A. üben ihre Berufe meist ausserhalb der Gem. und im 3. Sektor aus.


Literatur
– Martinola, Inventario 1, 19-32
– G. Piffaretti, Pagliuzze di storia di A., 1991

Autorin/Autor: Stefania Bianchi / AW