Bircher

Ehem. regimentsfähige Fam. der Stadt Luzern, ab dem 15. Jh. in Luzern belegt. Der Familienverband stellte 1493-1791 stets mind. einen Grossrat, 1525-1704 immer mind. einen Kleinrat, dazu drei Schultheissen, nämlich Hans ( -> 4), Jakob ( -> 9) und Jost ( -> 11). Nach Anzahl der Tagsatzungsmandate nahmen die B. in der 1. Hälfte des 16. Jh. eine vordere Position innerhalb der Luzerner Führungsschicht ein. Vom 16. Jh. an gehörten sie zur Gesellschaft zu Safran. Den Durchbruch ins Patriziat schaffte die Fam. mit Hans ( -> 4) und dessen Sohn Heinrich ( -> 6) im Umkreis der Pfyffer. Grundlagen des Aufstiegs waren das kapitalintensive Metzgergewerbe, die Wahrnehmung neuer Investitionsmöglichkeiten in Alpwirtschaft und Fernhandel sowie die Erlangung von Pensionen und Offiziersstellen in fremden Diensten. Im 17. Jh. stellten die B. vier Schreiber, je sieben Gross- und Kleinräte (deren drei mit einem Vermögen von über 15'000 Gulden), einen Propst in Beromünster, Ludwig ( -> 12), die Äbtissin Franziska von Hermetschwil und weitere, v.a. weibl. Ordensangehörige. Die B. heirateten in der Regel innerhalb des Luzerner Patriziats. Das Geschlecht erlosch in männl. Linie mit Grossrat Jost Franz (gestorben 1791).


Archive
– StALU, Viridarium Nobilitatis
Literatur
– K. Messmer, P. Hoppe, Luzerner Patriziat, 1976

Autorin/Autor: Gregor Egloff