Villa Luganese

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Lugano, seit 2008 Teil der Gemeinde Lugano. Am westl. Abhang der Denti della Vecchia gelegen. 864 Colonaco, 1209 Coliono, 1326 Villa. 1670 45 Feuerstätten; 1801 267 Einw.; 1850 264; 1900 229; 1950 233; 2000 467. Das Dorf hiess ursprünglich nur Villa und wurde früh besiedelt. Im FrühMA gehörte es zu einem Hof (curtis) der Kirche, ab etwa 1040 der Benediktinerabtei S. Carpoforo in Como. 1326-1800 unterstand V. der Kastlanei Sonvico, die während der mailänd. und eidg. Herrschaft gewisse Privilegien besass. 1512-14 wurden die Alpweiden zwischen V. und Sonvico aufgeteilt, doch die Rechtstreitigkeiten setzten sich fort. Bis 1830 war V. nach Sonvico kirchgenössig und wurde dann selbstständige Pfarrei. Die 1473 erwähnte spätma. Kirche S. Maria Assunta wurde 1720-30 in barockem Stil umgebaut und letztmals 1976-77 restauriert. In V. dominierte lange die Viehwirtschaft, in den 1950er Jahren Industrie und Handwerk, später der Dienstleistungssektor. Zu Beginn des 21. Jh. entwickelte sich V. zur Wohngemeinde, bewahrte aber das überlieferte Dorfbild. 2000 waren vier Fünftel der Erwerbstätigen Pendler.


Literatur
– L. Bernasconi, R. Galeri, V., 1991

Autorin/Autor: Antonio Gili / CN