Vernate

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano, im unteren Malcantone auf einer Terrasse am östl. Abhang des Monte Santa Maria gelegen. 1335 Vernate. 1719 20 Feuerstätten; 1791 121 Einw.; 1850 191; 1900 190; 1950 205; 2000 363. In V. wurden zwei Gräber aus röm. Zeit mit Kanne und Schere als Beigaben entdeckt. Der Bf. von Como besass hier Feudalrechte, die 1192 z.T. vom Stiftskapitel Agno erworben wurden. Auch unter mailänd. und eidg. Herrschaft gehörte das Dorf zur Pieve Agno und unterstand bis 1788 der Pfarrei Iseo, deren Pfarrkirche S. Maria Giovena (Juvenia) auf dem Gemeindegebiet von V. liegt. Die barocke Pfarrkirche SS. Sebastiano e Rocco wurde in der 2. Hälfte des 18. Jh. errichtet, wohl unter Einbezug eines älteren, 1599 erw. Baus. Die Dorfbewohner betrieben Subsistenzwirtschaft oder wanderten als Bauhandwerker aus. In der 2. Hälfte des 20. Jh. entwickelte sich V. zur Wohngem.: 2000 waren fast vier Fünftel der Erwerbstätigen Pendler.


Literatur
– V. Chiesa, Lineamenti storici del Malcantone, 1961
Rivista di Lugano, 6.10.2006

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / CN