• <b>Raphael Ritz</b><br>Wallfahrt nach Longeborgne, 1868. Öl auf Leinwand (Kunstmuseum Wallis, Sitten, Inv. BA1639_3) © Kunstmuseum Wallis, Sitten; Fotografie Heinz Preisig. In dieser Darstellung einer sonntäglichen Versammlung bei der Franziskanereinsiedelei oberhalb von Bramois verbindet der Walliser Künstler Genremalerei und religiöse Malerei.

No 5

Ritz, Raphael

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geboren 17.1.1829 Brig, gestorben 11.4.1894 Sitten, kath., von Niederwald. Sohn des Lorenz Justin, Porträt- und Kirchenmalers, und der Josefa-Clara geb. Kaiser. ∞ 1875 Caroline Nördlinger, aus Tübingen. Zeichenunterricht bei seinem Vater. 1851 Malerlehre bei seinem Onkel Heinrich Kaiser in Stans. 1854-56 Kunstakademie Düsseldorf, Unterricht bei Wilhelm von Schadow und Theodor Hildebrandt, 1856-60 Arbeit im Atelier von Rudolf Jordan. Ab Sommer 1860 eigenes Atelier in Düsseldorf, erste internat. Erfolge. Seit seinen Wanderungen in der Jugendzeit interessierte sich R. für die Landschaft; sein Schaffen blieb der Düsseldorfer Schule, insbesondere der folklorist. Genremalerei Jordans verpflichtet. Für Studien von Landschaft und Volksbrauch kehrte R. immer wieder ins Wallis zurück, 1866 aus gesundheitl. Gründen endgültig. R. wurde mit seinen farbigen Prozessionen, bunten Volkstrachten inmitten der Walliser Landschaft und Szenen aus dem damaligen Volksleben zum Illustrator des Wallis; für den Sitzungssaal des Sittener Regierungsgebäudes schuf er 1888 zwei grossformatige Gemälde mit Darstellungen der Rhonekorrektion sowie der Mazze. Mit Frank Buchser und Rudolf Koller war er freundschaftlich verbunden und förderte zudem die Künstlergruppe von Savièse. R. publizierte auch in versch. Gebieten der Naturwissenschaften und beschäftigte sich mit Archäologie und Kunstgeschichte; mit Johann Rudolf Rahn, Prof. für Kunstgeschichte an der Univ. Zürich, unternahm er Kunstwanderungen im Wallis. 1883 war er massgeblich an der Schaffung des kant. archäologischen Museums im Schloss Valeria (heute kant. Museum für Geschichte) beteiligt. R. war einziges Walliser Mitglied der Gesellschaft Schweiz. Maler und Bildhauer; ferner gehörte er der Schweiz. Gesellschaft für Erhaltung hist. Kunstdenkmäler und der Société d'histoire de la Suisse romande an.

<b>Raphael Ritz</b><br>Wallfahrt nach Longeborgne, 1868. Öl auf Leinwand (Kunstmuseum Wallis, Sitten, Inv. BA1639_3) © Kunstmuseum Wallis, Sitten; Fotografie Heinz Preisig.<BR/>In dieser Darstellung einer sonntäglichen Versammlung bei der Franziskanereinsiedelei oberhalb von Bramois verbindet der Walliser Künstler Genremalerei und religiöse Malerei.<BR/><BR/>
Wallfahrt nach Longeborgne, 1868. Öl auf Leinwand (Kunstmuseum Wallis, Sitten, Inv. BA1639_3) © Kunstmuseum Wallis, Sitten; Fotografie Heinz Preisig.
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Literatur
– W. Ruppen, Raphael R., 1829-1894, 1971
BLSK, 876 f.
Raphael R., 1829-1894, Ausstellungskat. Visp 1999, (mit Bibl. und Werkverz.)
Die Schule von Savièse, hg. von P. Ruedin, 2012, 68-77, 283

Autorin/Autor: Thomas Freivogel