No 2

Pradier, James

geboren 23.5.1790 (Jean-Jacques) Genf, gestorben 4.6.1852 Rueil (Ile-de-France), ref., von Genf. Sohn des Jacques Pierre, Hoteliers, und der Jeanne Françoise Dunant. Neffe des George-David-Germain ( -> 1). ∞ 1833 Louise d'Arcet, Französin. P. besuchte die Genfer Zeichenschule, danach die Ecole des Beaux-Arts in Paris, wo er 1813 den Prix de Rome gewann. Nach 1819 stellte P. regelmässig am Pariser Salon aus und er wurde in die Académie des Beaux-Arts gewählt. 1827 erfolgte seine Ernennung zum Prof. für Bildhauerei an der Ecole des Beaux-Arts. P. wirkte an der plast. Dekoration vieler öffentl. Bauten: 1829-34 am Arc de Triomphe, 1830-39 an der Chambre des députés (Palais Bourbon), 1833-42 an der Madeleine, 1838 an der Place de la Concorde, 1841 am Palais du Luxembourg, 1841-43 an der Fontaine Molière und 1843-52 am Grabmal Napoleon I. im Hôtel des Invalides. In Südfrankreich und in Genf gestaltete er versch. Denkmäler, namentlich das 1835 eingeweihte Rousseau-Standbild. P. schuf eine Vielzahl antikisierender Frauenfiguren, in denen aber auch moderner Realismus und Sinnlichkeit angelegt sind. Die Porträtbüsten von franz. Königen und ihren Fam., von Adel und Grossbürgertum sowie von seinen Schriftsteller- und Künstlerfreunden belegen ihn als Adressaten bedeutender privater und öffentl. Aufträge. Zu Lebzeiten als "letzter Grieche" bewundert, geriet P. kurz nach seinem Tod in relative Vergessenheit. Mit dem neuerl. Interesse an der Plastik des 19. Jh. ab den 1980er Jahren wurde P.s Werk wieder vermehrt beachtet. 1828 Ritter und 1834 Offizier der Ehrenlegion.


Werke
Correspondance, hg. von D. Siler, 3 Bde., 1984-88
Literatur
BLSK, 836 f.
– C. Lapaire, James P. (1790-1852) et la sculpture française de la génération romantique, 2010

Autorin/Autor: Claude Lapaire / MS