Sessa

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano, im mittleren Malcantone gelegen, die neben dem gleichnamigen Kerndorf die Siedlungen Beredino, Bonzaglio, Costa, Lanera und Suino umfasst. 1335 Sexa. 1801 687 Einw.; 1850 621; 1900 625; 1950 452; 1970 402; 2000 604. Im FrühMA führte die Niederlassung von langobard. Arimannen aus der Fam. de Sessa zur Bildung einer Adelskorporation, die neben derjenigen der Nachbarschaft bis zur Herrschaft der Eidgenossen überlebte. Die Capitanei von S. waren Reichsvassallen. Friedrich II. erwähnte die Burg von S. 1240, die vermutlich im Dorfkern lag. Die Reichsunmittelbarkeit im Gebiet des alten Malcantone (S., Astano und Monteggio) erklärt das Fehlen von grundherrl. Rechten des Bf. von Como, aber auch das andauernde Bestreben der lokalen Führungsschicht, sich von der Pieve von Agno zu lösen. Die vielleicht schon vor dem 16. Jh. gegr. Pfarrei umfasste auch Monteggio, Castelrotto und Cremenaga; der letztgenannte Ort auf heute ital. Territorium wurde erst 1842 abgetrennt. Neben der 1288 bezeugten Pfarrkirche S. Martino, deren heutige Gestalt auf das Jahr 1630 zurückgeht, weist der Ort mehrere andere Kapellen und Kirchen auf, darunter S. Orsola (1601 errichtet). In der Zeit der eidg. Herrschaft sprach der capitano reggente von Lugano als Landvogt im Gerichtsgebäude (casa dei Landvogti) Recht. Landwirtschaft und Auswanderung kennzeichneten das traditionelle Wirtschaftsleben. Im 19. Jh. wurden die Torflager in den Prati Vergani und Goldminen am Monte Sceree (zwischen S. und Astano) ausgebeutet. Die Bergbautätigkeit wurde im 20. Jh. durch die Gesellschaft Mines de Costano SA wiederaufgenommen, die von 1935 bis Anfang der 1950er Jahre tätig war.


Literatur
– F. Bertoliatti, Profilo storico di S., 1942
– G.M. Staffieri, Malcantone, 1985, 50-55

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / RG