No 13

Koller, Rudolf

geboren 21.5.1828 Zürich, gestorben 5.1.1905 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Johann Heinrich, Metzgers und später Bierbrauers, und der Maria Ursula geb. Forster. ∞ 1856 Bertha Schlatter. Industrieschule Zürich, privater Malunterricht, 1846-47 Besuch der Kunstakad. Düsseldorf. Dort befreundete sich K. mit Arnold Böcklin, mit dem er 1847 nach Brüssel und Anvers reiste. In Paris besuchte er das Atelier des Tiermalers Jacques Raymond Brascassat. Ab 1851 lebte er in Zürich, wo er seine ersten Aufträge ausführte (v.a. Bilder von Rindern, Pferden und Hunden). 1862 erwarb er ein Haus am Ufer des Zürichsees (Zur Hornau am Zürichhorn) und baute es um. In der Umgebung seines Hauses zog er einige Kühe auf, um sie in aller Ruhe beobachten zu können. Mitte der 1860er Jahre entdeckte er die Freiluftmalerei und reiste nach Italien. 1873 schuf er die erste Fassung des Gemäldes "Die Gotthardpost" (heute im Kunsthaus Zürich), das die Nordostbahn für Alfred Escher in Auftrag gegeben hatte. K. unterhielt enge Beziehungen zu Böcklin, als dieser 1885-93 in Zürich lebte. 1893-97 war K. Mitglied der Eidg. Kunstkommission. Sein Ruf als Künstler beruht v.a. auf dem Publikumserfolg seiner "Gotthardpost" und seiner Tierbilder. Sein Werk erschöpft sich aber nicht darin, vielmehr zeigen seine Schweizer Gebirgslandschaften, dass er ein sensibler und innovativer Maler war. Er gehört zu den wichtigsten Vertretern des Naturalismus, der realist. Detailtreue mit den bedeutendsten Errungenschaften der Freiluftmalerei zu verbinden verstand. 1898 wurde eine erste grosse Retrospektive seines Schaffens in Zürich gezeigt. Im selben Jahr verlieh ihm die Univ. Zürich den Ehrendoktortitel.


Literatur
BLSK, 588 f.
Rudolf K., Ausstellungskat. Zürich, 2002

Autorin/Autor: Pierre Chessex / GL