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Imhof, Heinrich Max

getauft 13.5.1795 Bürglen (UR), gestorben 4.5.1869 Rom, kath., von Bürglen. Sohn des Johann Joseph, Landwirts, und der Katharina Barbara Arnold. ∞ 1849 Henriette Ott, ref., von Zürich. Sein künstler. Talent wurde vom Alpenforscher Johann Gottfried Ebel 1818 entdeckt, nachdem er schon einige Jahre beim Schnitzer Franz Abart gearbeitet hatte. Ebel und die Fam. Escher-Gossweiler schickten ihn 1820 zu Johann Heinrich Dannecker nach Stuttgart, 1824 zu Bertel Thorvaldsen nach Rom. Dort entstand 1829 für den späteren Kg. Friedrich Wilhelm IV. von Preussen der "David mit dem Haupte Goliaths", die wahrscheinlich erste Skulpturengruppe, die bewusst den Klassizismus Thorvaldsens mit der Bildsprache der Nazarener zu verbinden suchte. Sie markiert den Anfang von I.s lebenslanger Beschäftigung mit den Charakteren des Alten Testaments, die er in empfindsamer Schlichtheit darzustellen verstand und denen er seinen Ruhm verdankt. Im Auftrag Kg. Ludwigs I. von Bayern formte er die Büsten Ks. Maximilians I. (1832) und Johannes Reuchlins (1835) für die Walhalla. Er erhielt die Einladung, für Kg. Otto von Griechenland, den Sohn Kg. Ludwigs, in Athen als Hofbildhauer und Professor u.a. die Restaurierungen am Erechtheion zu übernehmen. Krankheit und Isolation bewegten ihn aber, nach zwei Jahren nach Rom zurückzukehren (1838), wo er bis zu seinem Lebensende Wohnsitz behielt. Dort begann seine glücklichste Schaffensphase, mit ersten Schwerpunkten wie der "Rebekka" und "Hagar und Ismael". Neben dem dt. und engl. Adel und Grossbürgertum zählten bald auch der Hzg. Maximilian von Leuchtenberg aus dem Geschlecht de Beauharnais und das russ. Kaiserhaus ("Die Aussetzung Mosis'", "Madonna mit dem Kinde") zu seinem Kundenkreis. Nach 1850 unterrichtete er Adele von Affry (genannt Marcello). Mit der Gruppe "Jakob und Rahel" sowie einer "Eva vor dem Sündenfall" (1865) krönte er sein Lebenswerk. Grössere Werkgruppen I.s sind im Hist. Museum in Altdorf (UR) und im Kunstmuseum Bern aufbewahrt.


Literatur
– D. Ulrich, Die "Eva vor dem Sündenfall" im Kunstmuseum Bern, Liz. Zürich, 1988
AH 7
– K. Iten, Heinrich Max I., 1995

Autorin/Autor: Dieter Ulrich