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No 15

Hess, Hieronymus

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geboren 15.4.1799 Basel,gestorben 8.6.1850 Basel, ref., von Basel. Sohn des Johannes, Kornmessers, und der Margaretha Roth, von Maisprach. ∞ 1828 Barbara Schneider, von Dörflingen. Nach einer Flachmalerlehre trat H. beim Maler Maximilian Neustück ein und besuchte bis 1816 die Zeichenschule. Ab 1817 für den Kunstverlag von Peter Birmann tätig, kopierte er die im Basler Rathaus wiederentdeckten Fresken Hans Holbeins des Jüngeren. Dank der Beziehung Birmanns zum Verleger C.T. Müller brach H. 1819 nach Italien auf, wo er bis 1820 für Müller in Neapel zeichnete. 1821-23 sicherte ein Stipendium aus Basel den Aufenthalt in Rom im Kreis der Nazarener um Joseph Anton Koch und Bertel Thorvaldsen. Bevor er sich 1826 endgültig in Basel niederliess, weilte er 1825-26 in Nürnberg, wo er für Verleger arbeitete und dem Maler Ludwig Richter begegnete. Dem Basler Bilderhändler Johann Rudolf Brenner lieferte H. 1828-34 Vorlagen für die von dessen Sohn Anton in Zizenhausen (Baden, D) hergestellten und bemalten Terrakottafiguren. 1829-30 entstanden Lithografien nach den Passionstafeln Hans Holbeins des Jüngeren und 1829-49 Glasmalereientwürfe für diverse Auftraggeber. Daneben unterrichtete er 1831-35 an der öffentl. Zeichenschule in Basel. H. beteiligte sich 1834-48 an den "Basler Neujahrsblättern" und ab 1839 an Martin Distelis "Schweiz. Bilderkalender". Unter seiner strichsicheren, am Vorbild der romant. Zeichner in Rom geschulten Hand entstanden Genreszenen aus dem ital. und Basler Volksleben, Porträts, Karikaturen, polit. und antiklerikale Satiren, Allegorien sowie Historien in Zeichnungen, Aquarellen, Druckgrafiken und Gemälden. Der temperamentvolle, ob der Lage der Künste in Basel enttäuschte H. gehört zu den bedeutenden Künstlern der Schweiz im frühen 19. Jh.


Literatur
– M. Pfister-Burkhalter, Hieronymus H., 1799-1850, 1952
Schweizer Zeichnungen 1800-1850 aus dem Basler Kupferstichkabinett, Ausstellungskat. Basel, 1991, 42-56
BLSK, 482 f.
Facetten der Romantik, Ausstellungskat. Olten, 1999, 33-39
– R. Parello, Von Helmle bis Geiges, 2000, 100-111, 202-205

Autorin/Autor: Yvonne Boerlin-Brodbeck