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No 22

Haller, Hermann

geboren 24.12.1880 Bern,gestorben 23.11.1950 Zürich, vermutlich ref., von Zofingen. Sohn des Friedrich ( -> 16). Neffe des Theodor ( -> 38). ∞ 1) 1909 Gerda von Wätjen, Sängerin, 2) 1917 Felicitas Trillhaase, Malerin, 3) 1945 Hedwig Braus, Künstlerin. Nach dem Abschluss des Berner Gymnasiums begann H. 1898 ein Architekturstudium in Stuttgart. 1899 trat er in München in die Malschule von Heinrich Knirr ein. Hier traf er auf Paul Klee, mit dem er das Gymnasium besucht hatte. 1900 wechselten H. und Klee an die Kunstakademie von München, 1901-02 hielten sie sich in Italien auf. Ein Jahr später war H. Meisterschüler bei Leopold von Kalckreuth in Stuttgart. Unterstützt vom Winterthurer Mäzen Theodor Reinhart lebte H. 1903-09 in Rom. 1905 ging er, angeregt von der Kunst der Etrusker und Ägypter, zur Bildhauerei über. Die Jahre 1909-14 verbrachte er in Paris. Hier setzte er sich intensiv mit den Werken von Auguste Rodin, Aristide Maillol und Antoine Bourdelle auseinander. 1914 übersiedelte er nach Zürich. 1921-23 verbrachte er die Wintermonate in Berlin. Zuerst war er Gast beim Kunsthändler Paul Cassirer, dann bei Fritz Huf, in dessen Atelier er arbeitete. 1932 bezog H. ein Atelier an der Höschgasse in Zürich. Ab 1909 beteiligte er sich regelmässig an den grossen Kollektivausstellungen des Zürcher Kunsthauses. In den 1920er Jahren gehörte H. zu den bekanntesten Bildhauern des dt. Sprachgebiets. Zusammen mit Cuno Amiet vertrat er 1934 die Schweiz an der Biennale von Venedig. Neben Porträtbüsten entstanden bewegte Figuren, bisweilen in Lebensgrösse. Bevorzugtes Thema seiner formstrengen, archaisch anmutenden Plastiken war der weibl. Akt. 1933 Dr. h.c. der Univ. Zürich. 1949 Verleihung des Kunstpreises der Stadt Zürich.


Archive
– Atelier an der Höschgasse, Zürich, Originalwerke
– StadtA Zürich, Nachlass
Literatur
– M.T. Apel, Hermann H., 1996
BLSK, 458 f.

Autorin/Autor: Beatrice Meier