22/11/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Rivera

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Lugano. 2010 fusionierte R. mit Bironico, Camignolo, Medeglia und Sigirino zur Gem. Monteceneri. R. liegt im oberen Vedeggiotal an der alten Hauptstrasse, die von Castelseprio bei Varese über den Monte Ceneri zum Lukmanier führte, und umfasst die Ortsteile Soresina, Sorencino und Capidogno. 1296 Sorenzino, 1348 Rivera. 1769 320 Einw.; 1801 316; 1850 400; 1880 755; 1900 524; 1950 879; 2000 1'415. Funde und Gräber aus der Eisen- und Römerzeit. Im MA war R. Teil der Talschaft Carvina. Im 13. Jh. besass das Domkapitel Como Güter in Sorencino, das 1296 als Gem. erwähnt wurde. Ab 1678 versammelten sich die Gesandten der zwölf eidg. Orte jeweils in der Casa dei landfogti, bevor sie in Lugano Einzug hielten. R. gehörte der Pfarrei Bironico an, von der es sich 1754 löste. 1779-93 wurde die Pfarrkirche S. Spirito neu errichtet. Das Dorf lebte von der Landwirtschaft, wobei v.a. Maiensässen und Alpweiden genutzt wurden. Während des Baus des Ceneri-Tunnels 1872-82 ging die traditionelle Auswanderung massiv zurück. Die Fertigstellung der Fahrstrasse 1811 sowie der Bau des Tunnels und des Bahnhofs führten zur Entstehung eines neuen Quartiers im flacheren Teil der Gemeinde. Dieses seit 1984 von der Autobahn durchschnittene Gebiet, in dem sich seit den 1960er Jahren immer neue Handelsfirmen und Industriebetriebe niederlassen, bildet die nördl. Grenze der Agglomeration Lugano. In R. befinden sich u.a. die Talstation der 1972 eröffneten Gondelbahn Monte Tamaro, die für den Tourismus der Region von Bedeutung ist, sowie der Waffenplatz Monte Ceneri. 2005 stellte der 3. Sektor 64%, der 2. Sektor 34% der Arbeitsplätze in R.


Literatur
– F. Zappa, R. nella storia, 1988
– G. Chiesi, F. Zappa, Terre della Carvina, 1991

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / CHM