20/11/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken | 
No 2

Füssli, Johann Caspar

Dieser Artikel wurde für die Buchausgabe des HLS mit einem Bild illustriert. Bestellen Sie das HLS bei unserem Verlag.

geboren 3.1.1706 Zürich,gestorben 6.5.1782 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Hans Rudolf, Malers, und der Elisabeth Schärer, von Schaffhausen. ∞ Anna Elisabeth Waser, Tochter des Caspar, Rechenschreibers, von Zürich. Nach Bildungsjahren in Wien 1724-31 war F. als Porträtmaler an süddt. Höfen tätig. Ab 1736 malte er in Zürich Repräsentanten des Regiments und befreundete Träger der geistigen Erneuerung in bemerkenswert sachl. Stil (u.a. von Johann Jakob Bodmer, Johann Jakob Breitinger, Friedrich Gottlieb Klopstock, Ewald Christian von Kleist, Johannes und Salomon Gessner, Johann Caspar Hagenbuch, David Herrliberger). Seine Porträts reproduzierte er vorzugsweise in der Mezzotinto-Technik. Eine Spezialität waren Quodlibets in Trompe-l'œil-Manier. 1757-64 wirkte er auch als Ratsschreiber. F. sammelte systematisch Zeichnungen. Bleibendes Verdienst erwarb sich der vom Klassizismus geprägte Kunstgelehrte als Begründer einer schweiz. Künstlergeschichte, wozu ihn sein Forscherdrang und ein ausgedehnter Briefwechsel mit hervorragenden Künstlern und Kunstkennern seiner Zeit (u.a. mit Johann Joachim Winckelmann) befähigten. 1754-57 erschien F.s "Geschichte und Abbildung der besten Mahler in der Schweitz", 1769-79 wesentlich erweitert unter dem Titel "Geschichte der besten Künstler in der Schweitz". Seine schwungvolle Persönlichkeit und die zunehmend in den Vordergrund rückende schriftsteller. Tätigkeit liessen F. zum künstler. Mentor der Zürcher Aufklärung werden.


Literatur
– K. Schulthess, «Vorfahren von Johann Heinrich F.», in Genealogie 12, 1975, 689-695
– E. Maurer, «Drei Köpfe - drei schweiz. Kunstgeschichten», in UKdm 38, 1987, 367-371
BLSK, 365

Autorin/Autor: Bruno Weber