• <b>Johannes Dünz</b><br>Selbstbildnis von 1695. Öl auf Holz (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.

No 2

Dünz, Johannes

getauft 17.1.1645 Brugg, gestorben 9.10.1736 Bern, ref., von Bern. Sohn des Hans Jakob, Malers, Ratsherrn, Kirchenpflegers und Chorrichters, und der Verena Rüeff. ∞ 1675 Johanna Maria Ernst. 1661 liess sich D. in Bern nieder, wo er vermutlich bei seinem Onkel Abraham ( -> 1) lebte, durch den er in Kontakt zum Maler Albrecht Kauw kam. 1674 wurde D. Stubengeselle in der Mohrenzunft, 1680 war er Stubenmeister, ab 1690 amtete er während fast eines Jahrzehnts als Säckelmeister. Wegen seiner Beteiligung an der pietist. Bewegung musste er, der aus der Künstlerdynastie D. aus Brugg stammte, zur Erlangung des Burgerrechts 1700 den Assoziationseid ablegen. D.s Karriere als Maler setzte mit Zeichnungen ein, die Albrecht Kauw 1669 als Vorlage für die Illustrierung des "Bern. Aemter-, Regiments- und Geschlechterbuchs" von Viktor von Erlach dienten. Um 1670 schuf D. als selbstständiger Maler Bildnisse von jungen Patriziern, insbesondere aus den Fam. von Erlach und von Wattenwyl. Bald avancierte er zum führenden Porträtisten dieser Kreise. Mit zunehmender Erfahrung löste er sich von der rein repräsentativen Wiedergabe. Sein Werk "Bibliothekskommission" (1696-97), auf dem die Konterfeis wie auch die Raumausstattung minutiös wiedergegeben sind, ist eines der bedeutendsten Gruppenbildnisse der Schweizer Malerei des 17. Jh. In der letzten Dekade des 17. Jh. entstanden ausserdem zahlreiche Veduten Berns aus unterschiedl. Blickwinkeln. D. gelang es, bei grosser Detailtreue identifizierbare Ausschnitte gängiger Stadtveduten in weiträumige, panoramahafte Landschaftsmalerei umzuformen. Als Maler von Stillleben führte er die Tradition Albrecht Kauws und Joseph Plepps weiter; v.a. der Stillebenzyklus der vier Jahreszeiten ist ein Lob des Landlebens und des Erntesegens und gewinnt allegor. Gehalt.

<b>Johannes Dünz</b><br>Selbstbildnis von 1695. Öl auf Holz (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.<BR/>
Selbstbildnis von 1695. Öl auf Holz (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.
(...)


Literatur
– K. Speich, Die Künstlerfam. D. aus Brugg, 1984
BLSK, 280 f.

Autorin/Autor: Tapan Bhattacharya