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Diday, François

geboren 10.2.1802 Genf, gestorben 28.10.1877 Genf, ref., von Bournens. Sohn des Jean-Louis, Uhrmachers und Alteisenhändlers, und der Marianne geb. Ducommun, Schneiderin. Ledig. D. stammte aus bescheidenen Verhältnissen. Er besuchte keine Mittelschule. Um Deutsch zu lernen, hielt er sich in Graubünden auf. Er nahm Zeichenunterricht bei Abraham Constantin in Genf und war Schüler an der Société des Arts, ausserdem bei den Landschaftsmalern Charles-Joseph Auriol, Joseph Hornung und Wolfgang-Adam Töpffer, deren Stil ihn prägen sollte. 1823 arbeitete er im Atelier von Antoine Gros in Paris. Zusammen mit Adrien Rival erhielt er 1824 ein kleines Stipendium für einen Italienaufenthalt. Seine Arbeiten wurden vom franz. Maler Auguste Robineau bemerkt. Bis 1829 stellte D. ital. Motive sowie Gebirgslandschaften aus dem Berner Oberland, Savoyen und der Umgebung des Genfersees aus. Um 1830 wurde sein Atelier von zahlreichen Schülern aufgesucht. D. wurde der führende Kopf der Genfer Schule der Alpenmalerei. Einer seiner Schüler war Alexandre Calame; im Gegensatz zu Calames Malerei, die durch starke Hell-Dunkel-Kontraste gekennzeichnet ist, wirkt das Licht bei D. harmonisch und gedämpft. D. stellte ausser in der Schweiz auch in Paris aus (1841 Goldmedaille; 1842 Orden der Ehrenlegion für sein Werk "Le lac de Brienz"). Weitere Ausstellungsorte waren Berlin und Wien (Bronzemedaille an der Weltausstellung 1873). Den grösseren Teil seines Vermögens vermachte D. der Stadt Genf (Stiftung Diday), einen kleineren Teil der Société des Arts. D.s Name ist nach wie vor mit einem Malereiwettbewerb verbunden. Ab 1854 gehörte er als Liberaler dem Genfer Gemeinderat (Legislative) an. Während des Rheinfeldzugs war D. unter General Dufour Ordonnanzoffizier im Rang eines Majors.


Archive
– Classe des beaux-arts de la Société des Arts, Genf
Literatur
BLSK, 261 f.

Autorin/Autor: Valentina Anker / AA