Pregassona

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Lugano, seit 2004 Teil der Gemeinde Lugano. P. liegt am linken Ufer des Flusses Cassarate und dehnt sich bis an die Abhänge des Monte Boglia aus. Es umfasst u.a. die Fraktionen Sala, Viarnetto und Pazzalino. 1222 Pregasona. 1670 464 Einw. (mit Viganello); 1850 464; 1900 652; 1950 1'204; 1970 3'633; 2000 7'354. In Viarnetto wurden Brandgräber aus der Eisenzeit gefunden. Die Ortsnamenkunde (Sala) legt den Schluss nahe, dass sich in P. eine langobard. Garnison befand. Der Bf. von Como besass in P. im 14. Jh. Güter. Mit Sala, Ligaino, Orlino, Albonago und Viganello bildete P. 1335 das Concilium (Nachbarschaft) P. rund um die Kirche S. Maria. Letztere wurde 1222 erstmals erwähnt, Ende des 16. Jh. umgebaut und 1954-60, 1961-70 sowie 2000-02 renoviert. 1468 wurde P. eine selbstständige Pfarrei, die ihre Gerichtsbarkeit bis nach Cureggia ausdehnte. Zur traditionellen Landwirtschaft (Getreidebau, Seidenraupenzucht, Weinbau und Viehzucht) kam im 19. Jh. die Auswanderung, v.a. nach Algerien, hinzu. Es folgten Kleinindustrie (Mühlen, Gewerbe, Lebensmittelindustrie) und Industriebetriebe (1899 eine Tabakfabrik, 1914-18 chem.-pharmazeut. Unternehmen). Die industrielle Entwicklung der Gemeinde zog viele ausländ. Arbeitskräfte, v.a. aus Norditalien, an, die 1870-1905 einen Viertel der Bevölkerung ausmachten. In den 1950er Jahren gehörte P. zu den Gemeinden in der Region Lugano mit dem grössten Bevölkerungswachstum. Der 2005 begonnene Bau des Tunnels Vedeggio-Cassarate (2012 eröffnet) dürfte den Anschluss an die Autobahn erleichtern und den Wohnungsbau in P. fördern.


Literatur
– G. Gallizia, «La parrocchia di Pazzalino», in Bollettino della parrocchia di Pazzalino, 1968, 2-7
– A. Gili, «Lugano da borgo medievale a città terziaria e d'affari», in Pagine storiche luganesi 1, 1984, 148-151

Autorin/Autor: Antonio Gili / PTO