Porza

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. Die nordwestlich von Lugano in Panoramalage gelegene Gem. umfasst auch die Ortsteile Vira, Trevano und Belvedere in Hanglage sowie Cornaredo und Resega im Tal. 1297-99 Porza. 1648 218 Einw.; 1698 168; 1747 186; 1801 258; 1850 235; 1900 241; 1950 406; 2000 1'348. 1907-08 kamen Brandgräber mit Beigaben aus der Eisenzeit zum Vorschein. Im MA war die Benediktinerabtei S. Pietro in Ciel d'Oro von Pavia in P. begütert. Auf einer Anhöhe nordöstlich von P. lag die Burg Trevano, die wahrscheinlich im 12. Jh. vom Bf. von Como erbaut wurde und im Lehensbesitz von Fam. aus Como wie den Brocchi und später der Fam. Trevano und Quadri war. Auf ihren Grundmauern wurde 1871 eine herrschaftl. Villa errichtet. In der Belle Epoque traf sich hier die mondäne Welt und Musiker stellten sich zu Konzerten ein. 1934 übernahm der Kanton die Villa, 1961 wurde sie abgerissen und machte dem Technikum (heute Fachhochschule der ital. Schweiz) Platz. Kirchlich unterstand P. bis 1468 der Mutterkirche S. Lorenzo in Lugano, dann Comano und wurde 1647 selbstständige Pfarrei. Die Kirche SS. Bernardino e Martino stammt aus dem 16. Jh. und wurde 1974 restauriert. Früher wurde v.a. Landwirtschaft betrieben; zudem zogen Maestranze in die Fremde. Zu Beginn des 21. Jh. war P. eine Wohngemeinde der Agglomeration Lugano; seit den 1960er Jahren kommt ein bedeutender Teil der Wohnbevölkerung auch aus dem Ausland und der übrigen Schweiz. Im Tal hat sich entlang des Cassarate eine Industrie- und Handelszone entwickelt; dort befindet sich auch die 1992-95 erbaute Kunsteisbahn Resega. 2000 waren ca. drei Viertel der Erwerbstätigen Wegpendler.


Literatur
– G. Cambin, «Famiglie patrizie di P.», in Rivista patriziale ticinese 131, 1973, 92f.
– G. Galli, P. e la sua storia, 1978
350 anni di fondazione della Parrocchia di P., 1997

Autorin/Autor: Antonio Gili / CN