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Ponte Tresa

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. Grenzgem. am Luganersee zwischen der Schweiz und Italien (Lavena P.). 818 ad Tresiae Pontem (Kopie 12. Jh.), 875 Ponte Tretia, dt. früher Treisbruck. 1755 259 Einw.; 1850 405; 1900 452; 1950 473; 2000 769. Die Geschichte des Orts ist eng mit derjenigen des Flussübergangs über die 590 von Gregor von Tours erw. Tresa verknüpft, von dem der Namen herrührt. Vom MA bis zur Eröffnung des Damms von Melide 1847 hatte P. strateg. Bedeutung für die Verbindungen nach Italien. Schon in röm. Zeit bestand wahrscheinlich eine Brücke oder eine Furt über den Fluss an der Strasse, die von Mailand zu Alpenübergängen in den Zentralalpen geführt hat. Im MA und in der Neuzeit wurde eine Holzbrücke mit Steinpfeilern benutzt, die mit einigen Fischteichen (Aale) dem Ebf. von Mailand gehörte. Im 16. Jh. ging die Brücke in den Besitz lokaler Adelsfamilien über; sie war bis 1828 Eigentum der de Stoppani und wurde dann vom Kanton erworben, der 1846 eine neue Steinbrücke bauen liess. Die heutige Brücke stammt von 1962.

Im Gebiet Rocchetta über dem Ort liegt die Ruine der Comasker Burg S. Martino, die im Krieg zwischen Como und Mailand (1118-27) zerstört wurde. Im MA zählte P. wegen der ihm auferlegten Pflichten der Grenzkontrolle und des Brückenunterhalts zu den sog. abgesonderten Gem., die Privilegien genossen. Die Eidgenossen bestätigten den vom Hzg. von Mailand im 15. Jh. gewährten Steuererlass. Kirchlich gehörte P. bis 1821 zu Lavena, dann wurde es eine selbstständige Pfarrei. Eine Restauration der Kirche S. Bernardino aus dem 15. Jh. erfolgte 1972-82. Die Eisenbahnlinie Lugano-P. wurde 1912 eingeweiht. Die früher landwirtschaftl. ausgerichtete Gem. erlebte v.a. in den 1960er Jahren dank ihrer Lage einen bescheidenen wirtschaftl. Aufschwung, den sie teils einer Zunahme des Handelsverkehrs, teils den zahlreichen Grenzgängern verdankte. Letztere waren gewöhnlich in der Region Lugano angestellt, was auch zu Verkehrsstaus führte.


Literatur
– G. und C. Buzzi, Lavena P., 1990
– F. D. Palmisano, P., terra ed acque, 2008

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / CN