• <b>Bertel Thorvaldsen</b><br>Das beim Gletschergarten gelegene Löwendenkmal in Luzern erinnert an die am 10. August 1792 in den Tuilerien gefallenen Schweizer Gardisten. Ansicht von Photochrom Zürich, um 1900 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).

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Thorvaldsen, Bertel

geboren 19.11.1770 Kopenhagen, gestorben 24.3.1844 Kopenhagen, prot., aus Island. Sohn des Gotskalk, Bildschnitzers, und der Karen Grönlund. Ledig. Der in einfachsten Verhältnissen aufgewachsene T. erhielt 1781 ersten Unterricht an der Freien Königl. Akademie und war dort später Schüler des Bildhauers Johannes Wiedewelt und des Malers Nikolai Abildgaard. 1793 gewann er die Grosse Goldmedaille der Akademie und 1797 ein Reisestipendium nach Rom, wo er sich mit dem 1803-05 entstandenen Hauptwerk "Jason" als erfolgreichster Meister des Klassizismus etablierte. Neben zahllosen Porträts, Genregruppen und mytholog. Figuren entstanden viele der frühen Nationaldenkmäler versch. Länder in seiner Werkstatt. Diese beschäftigte um 1830 über 30 Personen, darunter als Schüler deutschschweizer Bildhauer wie Heinrich Max Imhof, Johann Jakob Oechslin, Franz Kaiser und Raphael Christen. 1818 gewann Karl Pfyffer, beraten und unterstützt vom Bildhauer Heinrich Keller und dem Luzerner Schultheissen Vinzenz Rüttimann, T. für seine Idee, den Schweizer Gardisten, die 1792 beim Sturm auf die Tuilerien gefallen waren, ein Denkmal zu errichten. 1819 erreichte das Gipsmodell des verwundeten Löwen, der noch im Sterben den franz. Schild verteidigt, Luzern. Lukas Ahorn schlug ihn bis 1821 in rund fünffacher Lebensgrösse direkt in die Wand eines ehem. Steinbruchs, den T. noch 1819 besichtigt hatte. Das fertiggestellte Löwendenkmal sah er erst 1841 auf einer seiner letzten Reisen.

<b>Bertel Thorvaldsen</b><br>Das beim Gletschergarten gelegene Löwendenkmal in Luzern erinnert an die am 10. August 1792 in den Tuilerien gefallenen Schweizer Gardisten. Ansicht von Photochrom Zürich, um 1900 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).<BR/>
Das beim Gletschergarten gelegene Löwendenkmal in Luzern erinnert an die am 10. August 1792 in den Tuilerien gefallenen Schweizer Gardisten. Ansicht von Photochrom Zürich, um 1900 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
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Literatur
– J.M. Thiele, T.'s Leben, 3 Bde., 1852-56
– B. Wyss, Löwendenkmal in Luzern, 1977
– H. Tesan, T. und seine Bildhauerschule in Rom, 1998

Autorin/Autor: Dieter Ulrich