• <b>Léopold Robert</b><br>Das Atelier des Künstlers in Rom. Öl auf Leinwand von seinem Bruder  Aurèle Robert,  1829 (Musée d'art et d'histoire Neuchâtel). Léopold an seiner Staffelei in der Bildmitte beim Malen eines seiner Lieblingssujets (die Modelle sitzen rechts an der Wand). Aurèle hat sich selbst links aussen dargestellt.

No 7

Robert, Léopold

geboren 13.5.1794 Les Eplatures (heute Gem. La Chaux-de-Fonds), gestorben 20.3.1835 Venedig, ref., von Le Locle und La Chaux-de-Fonds. Sohn des Abram-Louis, Schalenmachers, und der Suzanne-Charlotte geb. R. Bruder des Aurèle ( -> 1). Ledig. 1808 Krämerlehre in Yverdon, ab 1810 Ausbildung zum Kupferstecher bei Charles Samuel Girardet in Paris. 1811 Eintritt in die Akademie, ab 1812 Schüler von Jacques Louis David. 1814 zweiter Preis beim Prix de Rome für Kupferstiche. Nach der Rückkehr in die Heimat eröffnete R. 1816 in Neuenburg ein Atelier und schuf mehrere Porträts. Dank der Unterstützung des Bankiers François-Louis Roulet de Mézerac zog er 1818 nach Rom. Dort malte er zunächst Innenräume von Klöstern und Kirchen, ab 1820 Briganten und Genreszenen aus dem ital. Volksleben und unternahm mehrere Reisen, u.a. 1822 und 1825 nach Neapel. Aufgrund des Verkaufserfolgs seiner meist kleinformatigen Bilder holte er 1822 seinen Bruder als Gehilfen nach Rom. Nach und nach erwarb sich R. eine internat. Klientel und wurde von Mäzenen und Sammlern, u.a. Charles Marcotte d'Argenteuil, unterstützt. 1825 wurde er zum Mitglied der Königlichen Preuss. Akademie ernannt. Einen Höhepunkt in R.s künstler. Schaffen bilden die monumentalen Allegorien, u.a. "Le retour du pèlerinage à la Madone de l'Arc", 1827 am Pariser Salon vom franz. Staat erworben, "Halte des moissonneurs dans les marais Pontins", 1831 von Kg. Louis Philippe angekauft. 1831 zog R. nach Florenz, 1832 übersiedelte er nach Venedig. Dort entstand sein letztes Hauptwerk. Die unerfüllte Liebe zu Charlotte Bonaparte, die er 1829 kennengelernt hatte, eine Malariainfektion und die Ablehnung seiner letzten Allegorie am Pariser Salon im Frühjahr 1835 trieben ihn in den Freitod. Mit seinen Brigantenbildern leitete R. eine sich in ganz Europa ausbreitende Vorliebe für dieses Genre ein und prägte die franz. Romantik.

<b>Léopold Robert</b><br>Das Atelier des Künstlers in Rom. Öl auf Leinwand von seinem Bruder  Aurèle Robert,  1829 (Musée d'art et d'histoire Neuchâtel).<BR/>Léopold an seiner Staffelei in der Bildmitte beim Malen eines seiner Lieblingssujets (die Modelle sitzen rechts an der Wand). Aurèle hat sich selbst links aussen dargestellt.<BR/>
Das Atelier des Künstlers in Rom. Öl auf Leinwand von seinem Bruder Aurèle Robert, 1829 (Musée d'art et d'histoire Neuchâtel).
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Archive
– BPUN, Nachlass
– FamA, Saint-Blaise
– Getty Research Institute, Los Angeles
Quellen
Léopold R.-Marcotte d'Argenteuil: correspondance 1824-1835, hg. von P. Gassier, M. Schmidt-Surdez, 2005
Literatur
BLSK, 879 f.
Léopold R. et son temps, 2008

Autorin/Autor: Marc Fehlmann