17/03/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Pazzallo

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Lugano, seit 2004 Teil der polit. Gem. Lugano. Das am Fuss des San Salvatore gelegene P. umfasste u.a. auch die Ortsteile Capo San Martino und Carzo. 932 Paciallo, 1335 Pazallo. 1591 110 Einw.; 1850 131; 1900 154; 1950 297; 1980 848; 2000 1'162. Ausgrabungen in Carzo förderten 1966 drei Gräber mit Beigaben aus der jüngeren Eisenzeit zu Tage. Im MA gehörte P. mit Pambio-Noranco und Calprino (Gem. Paradiso) zum Concilium sancti Petri de Pamio, der 1335 erw. Gütergemeinschaft Pambio. Diese Gemeinschaft überlebte als Zweckverband der vier Gem. bis 1888. Unter eidg. Herrschaft kam P. zur Vogtei Lugano und ab 1803 zum gleichnamigen Bez. Kirchlich gehört P. noch immer zu Pambio-Noranco. 1686 entzog sich P. der Pflicht, zum Unterhalt der Kirche S. Lorenzo in Lugano beizutragen. Der Ort San Martino (seit 1863 Ortsteil von P., vorher ital. Gebiet) hiess auch Forca di San Martino, weil dort in der frühen Neuzeit der Galgen stand (letzte Hinrichtung 1804). Früher wurde v.a. Rebbau, Landwirtschaft und Seidenraupenzucht betrieben. In P. befindet sich die Mittelstation der 1890 erbauten Standseilbahn auf den Monte San Salvatore. 1899 konnte dank der Fassung der Quelle von Molago das Wasserwerk eingeweiht werden, das noch heute die angrenzenden Gem. versorgt. Mit dem Bevölkerungsanstieg der 1970er Jahre entstanden neue Wohnquartiere.


Literatur
– P. Donati, Notiziario archeologico ticinese 1969, 1971
– C. Silla, Il comune di Paradiso con la sua gente e la parrocchia di S. Pietro Pambio, 1997

Autorin/Autor: Vanessa Giannò / CN