Schwartz

Bündner Häuptergeschlecht, das auch Schwarz oder Suarz genannt wird und dessen Mitglieder sich in allen drei Bünden, und zwar in Davos, Splügen und Chur sowie im Oberland, einbürgerten. In Chur wird 1483 Oberzunftmeister Flury erwähnt. 1537, 1545 und 1582 wurden in Chur Vertreter der Fam. aus Mutten, Parpan und Churwalden eingebürgert. Letztere nannten sich de Nigris oder de Negri und stammten aus dem Veltlin. Sie waren Erbpächter des Klosters Churwalden und des Klosters St. Nicolai in Chur. Die ältere Churer Linie geht auf Pfarrer Hartmann (gestorben 1662) zurück und umfasste Ratsherren, Bundsschreiber, Veltliner Amtsleute sowie Pfarrer. Besonders viele Ämter hatte Georg Caleb ( -> 1) inne. 1609 wurde der Apotheker Franziscus Niger aus Chiavenna in Chur eingebürgert. Er war der Stammvater der jüngeren Linie. Sie umfasste Politiker, Offiziere und Ärzte. 1685 erhielt Otto ( -> 2) von Leopold I. den Adelstitel. Er und sein Sohn Otto ( -> 3) präsidierten ab 1705 einige Jahre den Gotteshaus- bzw. Zehngerichtenbund und erlangten im Span. Erbfolgekrieg besondere Bedeutung. Des Letzteren Söhne und Enkel sassen in Chur im Rat, gelangten aber in der Stadt und im Dreibündestaat nicht mehr in die höchsten Ämter.


Literatur
Slg. rhät. Geschlechter 1, 1847, 190
– M. Valèr, Gesch. des Churer Stadtrates 1422-1922, 1922, 90

Autorin/Autor: Max Hilfiker