Schorsch

Fam. von Splügen, deren Name ital. Ursprungs (Giorgio) ist und die wohl aus dem Valchiavenna (Lombardei) ins Rheinwald einwanderte. Hier ist sie bereits um 1325 mit Georg im Ammannamt vertreten. Ab dem 16. Jh. versahen die S. wichtige Ämter des Oberen Bundes bzw. der Drei Bünde (z.B. Mistrals, Gesandte). Im 18. Jh. besetzten sie auch Posten in der Verwaltung der bündner. Untertanenlande, so stellten sie zwei Landeshauptmänner (Georg -> 1), zwei vicaris, vier commissaris und neun Podestà sowie in Maienfeld zwei Landvögte. Entsprechend den handelspolit. Interessen der Landschaft Rheinwald bekannten sie sich zur span. (österr.) Partei, blieben aber punktuell für franz. Anliegen zugänglich. Sie machten vielfach Karriere in fremden Diensten, im frühen 17. Jh. als Hauptleute der franz. Schweizer Garde, im späten 17. Jh. für Spanien und ab dem frühen 18. Jh. für die Niederlande. Nach 1600 verzweigte sich das Geschlecht in mehrere Linien. Mitglieder der Fam. bürgerten sich in Safien und Chur ein. Um 1832 starb das Geschlecht aus.


Literatur
– G. Eisenring, «Die S. von Splügen», in BM, 1942, 285 f.
– P.E. Grimm, Die Anfänge der Bündner Aristokratie im 15. und 16. Jh., 1981, 203

Autorin/Autor: Florian Hitz