• <b>Schmid von Grüneck</b><br>Aussenansicht des Obertors in Ilanz mit dem daran anstossenden Haus Schmid (rechts). Aquarellierte Zeichnung von  Karl Paul Themistocles von Eckenbrecher,  1876 (Fundaziun Capauliana, Chur). Hans Jakob Schmid von Grüneck, Landrichter des Grauen Bunds, hatte das Haus 1594 gekauft, kurz nachher vergrössert sowie mit Sgraffiti im Stil der Spätrenaissance versehen. Das Obertor datiert von 1513; der Turm wurde im Zuge der Wiederherstellung der Stadtbefestigung 1715 mit Unterstützung der Kantone Bern und Zürich auf Initiative von Johann Gaudenz Schmid von Grüneck, dem Podestà von Tirano, errichtet.

Schmid von Grüneck

Führende Politikerfam. von Ilanz, ab dem 16. Jh. reformiert. Als erster S. trat 1397 ein Haennes, burger ze Ilanz, auf. Die Bürgerfam. S. betrieb in Ilanz das Schmiedehandwerk. Meister Jacob gelang es 1544, nachdem er Hauptmann in kaiserl. Diensten gewesen war, von Karl V. das Prädikat von Grüneck (von der nahen Burg bei Ilanz) zu erhalten. Sein Sohn Hans Jakob erwirkte von Ehzg. Ferdinand von Österreich 1583 für sich und seine drei Brüder eine zusätzl. Adels- und Wappenbestätigung; er trat auch als Erbauer des Herrenhauses am Obertor auf. Aus seiner Nachkommenschaft gingen zahlreiche Staatsmänner, Gelehrte und Militärs hervor, so der Politiker Jacob ( -> 4), der Jurist und Diplomat Caspar ( -> 1) und der hohe Offizier Christoffel ( -> 2). Andere Vertreter versahen lokale und Landesämter sowie Verwaltungsämter im Veltlin. Wilhelm, Sohn des obgenannten Jacob, verfasste das Werk "Problemata philosophica miscellanea" und wirkte um 1629 als Prof. an der Akad. Genf. Um 1700 war die Fam. S. in Ilanz im Besitz der Casa Carniec (heute Museum Regiunal Surselva) und der Casa Gronda, eines imposanten Barockgebäudes mit Turm, das 1677 von Johann Anton (1643-80) erbaut worden war. Sie verfügte über Einnahmen aus militär. Diensten und Pensionen und aus einem ausgedehnten Grundbesitz, der sich im 16. Jh. bis in die Splügenpassregion erstreckte. Mitglieder der Fam. wirkten häufig als Anwälte der ref. Bevölkerung in der Surselva. Der - auch von Zürich und Bern unterstützte - Neubau der Ilanzer Stadtmauern und -tore, den die S. 1717 tatkräftig förderten, symbolisierte für die sich bedroht fühlende ref. Minderheit Schutz. Das Geschlecht der S. erlosch in Ilanz 1738, andere Linien der Fam. S. lebten in Degen, Mon, Ftan, Malans und Chur. Aus der kath. Fam. S. von Sumvitg stammt der Churer Bf. Georg ( -> 3).

<b>Schmid von Grüneck</b><br>Aussenansicht des Obertors in Ilanz mit dem daran anstossenden Haus Schmid (rechts). Aquarellierte Zeichnung von  Karl Paul Themistocles von Eckenbrecher,  1876 (Fundaziun Capauliana, Chur).<BR/>Hans Jakob Schmid von Grüneck, Landrichter des Grauen Bunds, hatte das Haus 1594 gekauft, kurz nachher vergrössert sowie mit Sgraffiti im Stil der Spätrenaissance versehen. Das Obertor datiert von 1513; der Turm wurde im Zuge der Wiederherstellung der Stadtbefestigung 1715 mit Unterstützung der Kantone Bern und Zürich auf Initiative von Johann Gaudenz Schmid von Grüneck, dem Podestà von Tirano, errichtet.<BR/>
Aussenansicht des Obertors in Ilanz mit dem daran anstossenden Haus Schmid (rechts). Aquarellierte Zeichnung von Karl Paul Themistocles von Eckenbrecher, 1876 (Fundaziun Capauliana, Chur).
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Archive
– StAGR
Literatur
– A. Maissen, Die Landrichter des Grauen Bundes, 1424-1799, 1990, 66-70

Autorin/Autor: Martin Bundi