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Origlio

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. In einer Mulde glazialen Ursprungs unweit des gleichnamigen Sees gelegen, umfasst O. auch den Weiler Carnago. 1335 Orellio. 1574 302 Einw.; 1682 370; 1799 203; 1850 229; 1900 215; 1950 220; 1980 492; 2000 1'158. Im MA war das Dorf, für das ein Turm bezeugt ist, Teil der Talgemeinschaft Lugano. 1484 wurde es von der Pest heimgesucht. Im 15. Jh. unterstand es dem Hzg. von Mailand, dem es Soldaten und Waffen zu liefern hatte. Unter eidg. Herrschaft wurde O. der Vogtei Lugano zugeschlagen, 1803 dem Bezirk. Die an Stelle des alten, aus dem 8. Jh. stammenden Gotteshauses errichtete Kirche S. Vittore Mauro in Carnago war seit 1570 Pfarrkirche, ab 1812 zusammen mit SS. Giorgio und Maria Immacolata. Letztere geht auf das 17. Jh. zurück. Ihr Innenraum enthält vorzügl. Fresken und Stuckaturen. Wirtschaftlich früher auf Weinbau, Seidenraupenzucht und Viehzucht ausgerichtet, entwickelte sich O. in den 1950er Jahren zu einem Wohn- und Tourismuszentrum, was zu einem Anstieg und in den 1980er Jahren zu einer Verdoppelung der Bevölkerung führte.


Literatur
Valli di Lugano, hg. von F. Zappa, 1990
O., hg. von S. Vassere, 1995

Autorin/Autor: Vanessa Giannò / BT