Novaggio

Gem. TI, Bez. Lugano, im mittleren Malcantone. 1244 Novagio. 1670 373 Einw.; 1801 379; 1850 441; 1900 476; 1950 432; 2000 716. Gräberfunde bei Pazz und Traversagna lassen auf eine erste Besiedlung in der Eisenzeit schliessen. Im FrühMA sind Güter des Klosters S. Abbondio aus Como bezeugt, während das Domkapitel dort einen Meierhof und eine Mühle besass. Desgleichen ist 1294 Haus- und Grundeigentum des Humiliatenklosters Astano belegt. Damals bildete N. zusammen mit Curio, Banco und Bedigliora eine Kastlanei. Über mehrere Befestigungen gibt es dürftige Kunde, aber kein sicheres Zeugnis zum Standort. Der heutige Bau der 1352 erw. Kirche S. Siro, seit 1632 Pfarrkirche, stammt von 1625. Ende des 19. Jh. gründeten ortsansässige Fam. eine evang. Gemeinschaft, errichteten 1902 eine Kirche und riefen eine evang. Schule ins Leben. 1905 liess der Arzt Fausto Buzzi-Cantone die Villa Alta erbauen; seine Gefährtin Alice Meier eröffnete im Park der Villa ein kleines Spital, in dem die Einwohner von N. kostenlos medizinisch versorgt wurden. Später wurde die Villa von der Eidgenossenschaft erworben, die dort ein Militärspital einrichtete, das 1922 seinen Betrieb aufnahm. Im 19. Jh. wurde im Bergbau eine Ader von silber- und goldhaltigem Bleiglanz ausgebeutet; zudem war eine Ziegelbrennerei in Betrieb. Früher lebte die Bevölkerung v.a. von der Landwirtschaft; viele emigrierten. Zu Beginn des 21. Jh. arbeiteten die meisten Erwerbstätigen im Tal.


Literatur
– F. Gambazzi, N. e la sua gente, 1981

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / EB