07/09/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Neggio

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. Das gleichnamige Dorf liegt auf einer Anhöhe des unteren Malcantone. 807 Nego, 1335 Negio. 1670 127 Einw.; 1801 120; 1850 203; 1900 183; 1950 193; 1980 315; 2000 352. Gräber aus dem 3.-4. Jh. n.Chr. lassen eine röm. Ansiedlung vermuten. Im 15. Jh. ist N. als selbstständige Nachbarschaft erwähnt. 1611 trennte es sich von der Pfarrei Agno. In der Kirche S. Maria dell'Annunciata sind Fresken aus dem 14. Jh. erhalten; diese stammen aus dem Vorgängerbau, der 1620 abgerissen wurde, um dem Neubau Platz zu machen. Von der ehem. Kirche S. Giorgio ist nichts erhalten, auf dem gleichnamigen Hügel befindet sich eine Kapelle aus dem 18. Jh. Über Jahrhunderte wurden im Gebiet der Mulini versch. Handwerke betrieben, welche die landwirtschaftl. Tätigkeiten ergänzten. Zu Beginn des 21. Jh. arbeitete der grösste Teil der Erwerbstätigen ausserhalb der Gem., v.a. in Lugano und in der Vedeggio-Ebene. Seit 1938 existiert eine kleine Gemeinschaft von Dominikanerinnen, die im Jan. 1944 Edda Ciano, Tochter Benito Mussolinis, mit ihren Kindern beherbergte. 1956 wurden in der Gem. Berufsbildungs- und Hauswirtschaftskurse eingeführt. Das Schulhaus, eine Schenkung der Fam. Soldati, beherbergt seit 1986 eine Behindertenwerkstätte.


Literatur
– E. Maspoli, Compendio storico di Magliaso, 1944 (Neudr. 1991)

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / BT