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Muzzano

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. Sie liegt oberhalb des gleichnamigen kleinen Sees und umfasst seit 1925 auch die Siedlung Agnuzzo. 1189 Muciano. 1769 122 Einw.; 1850 287; 1900 345; 1950 416; 2000 736. Agnuzzo war Zentrum eines grossen Fronhofs (curtis), der 819 von Ks. Ludwig dem Frommen dem Klerus von Como geschenkt wurde und im Lauf des 11. Jh. ins Eigentum der Abtei S. Abbondio in Como überging. 1579 wurden Güter und Rechte der Abtei der Gem. und Privaten abgetreten. M. gehörte zur Pieve Agno und wurde 1735 selbstständige Pfarrei. Die Pfarrkirche S. Maria dell'Annunciazione geht wahrscheinlich auf das 16. Jh. zurück, die Kapelle S. Andrea in Agnuzzo wird 1208 zum ersten Mal erwähnt. Das Dorf war die Heimat zahlreicher Maestranze im Baugewerbe, die v.a. als Stukkateure tätig waren und lebte von Seidenraupenzucht, Feldwirtschaft sowie Rebbau. In der Ebene am linken Vedeggio-Ufer entwickelte sich bei den Mulini di Biogno in den letzten Jahrzehnten des 20. Jh. eine Industriezone; das Hügelgebiet ist von Wohn- und Villenbauten geprägt. Der kleine Lago di M., ein geschütztes Biotop, gehört seit 1945 Pro Natura. Zwei wichtige pädagog. Experimente wurden in M. erprobt: Die Schule des Chorherrn Alberto Lamoni (1827) und die Scuola serena von Maria Boschetti-Alberti (1917-24). 2000 waren ca. drei Viertel der Erwerbstätigen Wegpendler.


Literatur
M., hg. von S. Vassere, G.M. Staffieri, 1998
ISOS TI 2.2, 2006, 343-350

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / CN