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No 1

Giacometti, Alberto

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geboren 10.10.1901 Borgonovo,gestorben 11.1.1966 Chur, ref., von Stampa. Sohn des Giovanni ( -> 5). Bruder von Bruno ( -> 3) und Diego ( -> 4). ∞ 1949 Annette Arm. Bis 1915 Besuch der Schulen in Stampa, 1919 Austritt aus dem Gymnasium Schiers, von da an vollständige Hinwendung zur Kunst. 1919-20 Stud. an der Ecole des Beaux-Arts und Ecole des Arts Industriels in Genf. Besuch der Biennale in Venedig und Reise durch Italien, wo ihn Tintoretto, Giotto und die antiken Ruinen begeisterten. 1922-27 Weiterbildung an der Académie de la Grande Chaumière beim Bildhauer Antoine Bourdelle in Paris. Nach der Ausbildung liess er sich 1927 dauerhaft in Paris nieder. Er widmete sich der Malerei und Plastik und entwarf gleichzeitig Einrichtungsobjekte für den Innenarchitekten Jean-Michel Frank und Schmuck für die Modeschöpferin Elsa Schiaparelli. 1930 stellte er mit Hans Arp und Joan Miró bei Pierre Loeb in Paris aus. Im selben Jahr schloss er sich den Surrealisten an. Er studierte intensiv die menschl. Figur und schuf Porträtbüsten. 1932 erhielt G. die erste Einzelausstellung in der Galerie Pierre Colle und im Salon des Surindépendants ("Der Käfig" 1930-31). 1934 brach der Künstler mit dem Surrealismus und kehrte zur Arbeit nach der Natur zurück (Modell war sein Bruder Diego). 1939 begann die Freundschaft mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Während des Krieges lebte er 1942-45 mit Diego in Genf. 1947 und 1950 konnte er in der Galerie Pierre Matisse in New York ausstellen, 1950 schloss er einen Vertrag mit der Galerie Maeght in Paris und erhielt Aufträge für Bronzeskulpturen. 1956 veranstaltete die Kunsthalle Bern die erste grosse Retrospektive seines Werkes. Im selben Jahr gewann G. an der Biennale in Venedig, an der er seine Wahlheimat Frankreich (grosse Frauenfigur: "Femme de Venise") vertrat, den grossen Preis. 1961 erstellte G. das Bühnenbild für Samuel Becketts "Warten auf Godot". In der 1964 eröffneten Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence erhielt er einen zentralen Platz für sein Werk. 1964 wurden seine Bilder und Plastiken an der Schweiz. Landesausstellung präsentiert. 1965 erfolgte die Gründung (trotz heftigem Widerstand) der Alberto-Giacometti-Stiftung in Zürich. 1965 wurde G. mit dem Grand prix national des Arts durch den franz. Staat und mit dem Dr. h.c. der Univ. Bern ausgezeichnet.

G. zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern des 20. Jh. Obwohl er hauptsächlich in Paris wirkte, besuchte er regelmässig sein Herkunftstal Bergell, mit dessen Landschaft er sich auch künstlerisch auseinandersetzte. Hauptgegenstand seiner Kunst ist aber die Darstellung des Menschen in seiner existenziellen Bedrängnis. Sein plast. Werk ist eine grossartige Produktion surrealist. Konstruktionen in monumentaler Form unter gleichzeitiger Reduktion des stoffl. Volumens zugunsten des offenen Raumes.


Werke
Ecrits, 1990
Archive
Alberto-Giacometti-Stiftung im Kunsthaus Zürich
Literatur
BLSK, 394 f.
Alberto G., Ausstellungskat., Zürich und New York, 2001
– L. Dosch, Kunst und Landschaft in Graubünden, 2001, 287-300
Alberto G., hg. von V. Todisco, 2002
– M. Peppiatt, Alberto G., 2002
– L. Wilson, Alberto G., 2003

Autorin/Autor: Elisabeth Ellenberger