25/11/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Montagnola

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Lugano, seit 2004 mit Agra und Gentilino Teil der polit. Gem. Collina d'Oro. Das weite, aus zahlreichen Ortsteilen bestehende Gebiet von M. umfasst den mittleren Abschnitt der Collina d'Oro von der Bucht von Agno bis zum Pian Scairolo. 1226 Montegnola. 1850 551 Einw.; 1900 678; 1950 930; 1980 1'646, 2000 2'092. Die Zusammenlegung der Klostergüter von S. Abbondio in Como führte 1535 vermutlich zur Einrichtung des Concilium Sancti Abundii, das neben Gentilino auch M. mit den Fraktionen Viglio, Orino, Arasio, Certenago, Poprino, Barca und Scairolo umfasste. Ein Inventar des Comasker Klosters bezeugt das Vorhandensein einer Festung bei Arasio, vielleicht das Zentrum einer Kastlanei, die mit dem Concilium identisch war. M. gehört zur Pfarrei S. Abbondio von Gentilino. Die Kapellen S. Silvestro in Arasio und SS. Nazaro e Celso wurden 1270 bzw. 1442 erstmals erwähnt. Neben den herkömml. landwirtschaftl. Tätigkeiten spielte auch die Emigration von Architekten und Baumeistern aus den Fam. Gilardi, Lucchini, Berra und Camuzzi in versch. europ. Länder, v.a. nach Russland eine grosse Rolle (Maestranze). Mehrere dieser Baufachleute gelangten dort dank ihrer bedeutenden Werke zu grosser Bekanntheit. Das angenehme Klima und die attraktive Lage des Ortes zogen zahlreiche illustre Persönlichkeiten aus dem Ausland an, so den Schriftsteller Hermann Hesse; das ihm gewidmete Museum wurde 1997 eröffnet. 1923-27 war M. Sitz der angesehenen Officina Bodoni, der Buchdruckerwerkstatt von Hans (später Giovanni) Mardersteig. Seit 1956 beherbergt der Ort eine internat. Schule, The American School in Switzerland, die 2006 von rund 450 Schülern versch. Nationalitäten besucht wurde. Aufgrund seiner Nähe zu Lugano ist M. heute eine Art Villenvorort der Stadt.


Literatur
– M. Agliati, M. Redaelli, Storia e storie della Collina d'Oro, 2 Bde., 1977-78

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / GL