Burchard

Erstmals erwähnt in einer Urkunde Papst Eugens III. vom 4.10.1152. Letztmals bezeugt 1190/91. In der Überlieferung der zweite Abt von St. Johann im Thurtal. Am 18.4.1178 Zeuge bei der Resignation Konrads von Murbach auf die Leutpriesterstelle in Luzern. 1178 bestätigte Papst Alexander III. dem Abt und dem Kloster zu St. Johann seinen Besitz. Um 1180-95 stand B. in einer theol. Kontroverse mit Abt Hugo von Allerheiligen. Nach 1187 korrespondierte er mit Abt Berchtold von Engelberg im Rahmen der damals aktuellen theol. Debatte um die Vorhölle (Limbus) über die Frage, ob die Seelen der Gerechten schon vor dem Erlösertod Christi zur Anschauung Gottes gelangen konnten; 1190/91 erklärte er, dass er keine Schmähungen über Abt Berchtold an den Papst geschrieben habe.


Literatur
– I. Auf der Maur, «Theologie in St. Johann im 12. Jh.», in Das Kloster St. Johann im Thurtal, hg. von W. Vogler, 1985, 33-42
HS III/1, 1408 f.

Autorin/Autor: Werner Vogler